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3.7 Schlussfolgerungen

Der längerfristige Trend zu einer abnehmenden Erwerbsbeteiligung 

älterer Arbeitnehmer und zu einem immer früheren Übergang 

in den Ruhestand wurde bisher durch verschiedene institutionelle 

Pfade ermöglicht, die u.a. als  Regulierungsinstrument des

 Arbeitskräfteangebots und als personalwirtschaftliches Instrumentarium 

genutzt wurden. Mit den Rentenreformen 1992 und 1999 wurde diesem 

Trend – primär auf Grund der erwartbaren Finanzierungsprobleme

– entgegen gesteuert. Dennoch bleiben ältere Arbeitnehmer so weit eine

Problemgruppe des Arbeitsmarkts, und zwar vor allem auf Grund zweier

Aspekte: Zum einen nehmen gesundheitliche Probleme mit steigendem Alter

klar zu, ebenso die Anzahl der Arbeitsunfähigkeitstage, zum anderen 

haben die Älteren auf Grund der Konzentration der Aus- und 

Weiterbildungsaktivitäten auf die jüngeren Lebensalter in gewisser 

Hinsicht ein Bildungsdefizit, das je nach Geschwindigkeit des 

technologischen Wandels bzw. Innovationszyklen

und Weiterbildungsaktivitäten mehr oder weniger stark ausfällt.

Neben diesen Qualifikations- und Gesundheitsaspekten bzw. in Verbindung

mit ihnen sprechen unter anderem betriebliche Rationalitätserwägungen

dafür, dass gerade ältere Arbeitnehmer, z.B. in Fällen von ungünstiger

 Unternehmensdemographie oder der Notwendigkeit eines Personalabbaus, 

in den Blick geraten (vgl. ausführlicher hierzu Kapitel 6). Ein Personalabbau 

bei den Älteren, die sofort oder in naher Zukunft in den Ruhestand 

übergehen, ist zudem sowohl für die Älteren selbst, als auch für die 

Unternehmen, aber auch für die Politik, die dafür die entsprechenden 

Wege schafft, moralisch leichter zu vertreten und zu rechtfertigen als 

etwa eine hohe Jugendarbeitslosigkeit (vgl. z.B. Kohli/Wolf 1987;Wolf 1988). 

Insofern ist die vergleichsweise geringe Zahl älterer Beschäftigter

 auch nicht einfach einer schlechteren Gesundheit oder einer

durchschnittlich geringeren oder entwerteten Qualifikation zuzuschreiben,

sondern einem komplexen Beziehungsgeflecht unterschiedlichster Faktoren

und Interessenlagen.

 

(c) Informationszentrum
Sozialwissenschaften

letzte Änderung:
21.05.2007

Bearbeitung: 
H. Peter Ohly, Dirk Kratzel