1    Bestandsaufnahme: Ausmaß, Verbreitung und Zunahme

[1-L] Diehl, Franz; Sudek, Rolf:
Gewalt und Aggressivität in der Schule: Ergebnis einer Befragung von Gymnasiasten, (Pädagogik zeitgemäß, H. 19), Bad Kreuznach: 1995, 111 S. (Standort: UuStB Köln(38)-960107753; Graue Literatur)

INHALT: "Die Studie 'Gewalt und Aggressivität in der Schule' stellt die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung vor, die im Jahr 1994 am Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim am Rhein durchgeführt wurde. Am Beispiel dieser Schule gehen die Autoren der Frage nach, ob sich aus Schülersicht die These zunehmender Gewalttätigkeit an unseren Schulen erhärten läßt. Konkret: Was haben die Schüler an aggressiven Handlungen beobachtet, was ist ihnen selbst zugestoßen, wie haben sie sich in Konfliktsituationen verhalten? Weiterhin: Was können Schule, Lehrer und Schüler tun, damit das Klima in der Schule nicht durch Gewalt und Aggressivität bestimmt wird? Ziel dieser Bestandsaufnahme an einer Schule ist es vor allem, Schülern, Lehrern und Eltern ein realistisches Bild vom Ausmaß schulischer Gewalt zu präsentieren und ihnen Anregungen zu geben, sich mit dem Thema 'Gewalt' ohne Vorbehalte und konstruktiv auseinanderzusetzen." (Autorenreferat)


[2-L] Fuchs, Marek:
Gewalt an bayerischen Schulen: Ergebnisse einer repräsentativen Schüler- und Lehrerbefragung, (Österreichischer Kongreß für Soziologie, 1995, Innsbruck), Eichstätt: 1995, 13, 8 S. (Standort: UuStB Köln(38)-960107805; Graue Literatur)

INHALT: Vorgelegt werden Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in deren Verlauf neben Gruppendiskussionen und einem qualitativen Interview standardisierte Befragungen bei 3609 Schülern und 786 Lehrern durchgeführt sowie Daten der amtlichen Statistik herangezogen wurden. Die Untersuchung zeigt, daß die Gewalt an bayerischen Schulen nach Ansicht der Lehrer gegenüber früheren Zeiten zugenommen und teilweise eine neue Qualität erreicht hat. Diese Einschätzung wird jedoch durch die tatsächlich von Schülern wie Lehrern berichteten konkreten Gewalttätigkeiten zumindest nicht in vollem Umfang verifiziert. Schwerwiegende Formen physischer Gewalt kommen fast nicht vor, leichtere Formen sind keine Massenphänomene. Verbale Gewalt unter Schülern und gegen Lehrer ist ein häufiger beobachtetes Phänomen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Schüler reagiert jedoch auf verbale Provokation mit physischer Gewalt. Unter den Schülern gibt es jedoch eine kleine Gruppe von Gewalttätern (2 v.H.), für die die in den Medien zu findenden Stereotype vom hemmungslosen schulischen Aggressor zumindest nicht ganz unzutreffend zu sein scheinen. (ICE2)


[3-L] Fukaya, Masashi:
Japanische Jugendliche im internationalen Vergleich - grundlegende Muster und aktuelle Tendenzen, in: Gesine Foljanty-Jost/ Dieter Rössner <Hrsg.>: Gewalt unter Jugendlichen in Deutschland und Japan: Ursachen und Bekämpfung, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1997, S. 139-150, ISBN: 3-7890-4780-5 (Standort: UB Münster Zweigbibl. Sozialwiss.(6A)-MS2400/181)

INHALT: Der Autor analysiert in seinem Beitrag die aktuelle Befindlichkeit der japanischen Jugend. Auf der Basis von Longitudinalstudien über einen Zeitraum von zwölf Jahren (1983 - 1995) diagnostiziert er bei japanischen Mittel- und Oberschülern ein nachlassendes Normbewußtsein, abnehmendes Interesse an Freundschaftsbeziehungen, psychische Abhängigkeit von den Eltern, eine an partnerschaftlicher Kooperation orientierte und vom Zusammenhalten geprägte Familienvorstellung und einen geringen Wunsch nach herausragenden Leistungen für die Gesellschaft. Er kommt zu dem Schluß, daß japanische Kinder ihr Glück mehr in der engen Privatsphäre suchen. Das Problemverhalten von Jugendlichen ist entsprechend weniger geprägt durch Devianz in Form von öffentlicher und direkter Gewalt gegen die Gesellschaft als vielmehr durch totalen Rückzug aus der Gesellschaft. (prb)


[4-L] Funk, Walter:
Nürnberger Schüler-Studie 1994: Gewalt an Schulen: einige zusammenfassende jedoch keineswegs abschließende Bemerkungen, in: Walter Funk (Hrsg.): Nürnberger Schüler-Studie 1994: Gewalt an Schulen, Regensburg: Roderer 1995, S. 259-273, ISBN: 3-89073-830-3 (Standort: UB Dortmund(280)-Bg16086)

INHALT: Der Beitrag faßt den theoretischen Ansatz und zentrale Ergebnisse der Nürnberger Schüler Studie 1994 zusammen, im Rahmen derer fast 1500 Nürnberger Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten der 7., 8. und 9. Jahrgangsstufe zum Thema "Gewalt an Schulen" befragt wurden. Zusätzlich werden die im Laufe der Studie entwickelten Indices gemeinsam als unabhängige Variablen in eine statistische Analyse eingebracht, die die Gewaltbilligung, Gewaltbereitschaft und gewalttätigen Handlungen der Nürnberger Schüler als abhängige, zu erklärende Variablen behandelt. Abschließend wird, zur Bewertung der Nürnberger Schüler Studie über das rein akademische Interesse hinaus, auf Schwierigkeiten bei der praktischen Verwertung der Ergebnisse eingegangen und erörtert, welchen praktischen Nutzen aus der Studie gewonnen werden kann. (ICH)


[5-F] Hanewinkel, Rainer, Dr.phil. (Bearbeitung); Niebel, Gabriele, PD Dr.phil.; Ferstl, Roman, Prof.Dr.phil. (Leitung):
Aggression in Schulen

INHALT: Ein Gutachtenauftrag des Kultusministeriums, der in Zusammenarbeit mit dem Institut für Therapie und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) bearbeitet wurde, führte zu einer umfangreichen Feldstudie, in deren Rahmen die Verbreitung unterschiedlicher Aggressionsformen in schleswig-holsteinischen Schulen untersucht wurde. Dabei wurden über 2.000 Lehrer, Eltern und Schüler befragt und erstmals eine quantitative Analyse der Verbreitung des Problems Gewalt in Schulen erstellt.

VERÖFFENTLICHUNGEN: Niebel, G.; Hanewinkel, R.: Gutachterliche Stellungnahme zur Verbreitung von Gewalt und Aggression an Schulen in Schleswig-Holstein. Hrsg. v. Min. f. Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Landes Schleswig-Holstein. Eutin: Struve Druck 1993.+++Niebel, G.; Hanewinkel, R.; Ferstl, R.: Gewalt und Aggression in schleswig-holsteinischen Schulen. in: Zeitschrift für Pädagogik, 39, 1993, S. 775-798.

ART: Eigenprojekt AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Schleswig-Holstein Kultusministerium

INSTITUTION: Universität Kiel, Philosophische Fakultät, Institut für Psychologie (Olshausenstraße 40, D-24098 Kiel)

KONTAKT: Institution (Tel. 0431-880-2981)


[6-L] Hanewinkel, Rainer; Niebel, Gabriele; Ferstl, Roman:
Zur Verbreitung von Gewalt und Aggression an Schulen: ein empirischer Überblick, in: Renate Valtin, Rosemarie Portmann; Arbeitskreis Grundschule - Der Grundschulverband - e.V. <Hrsg.>: Gewalt und Aggression: Herausforderungen für die Grundschule, Frankfurt am Main: 1995, S. 26-38, ISBN: 3-930024-53-5 (Standort: UB Hagen(708)-ICG-VAL; Graue Literatur)

INHALT: Der vorliegende Beitrag beruht auf einer Studie, die im Auftrag der Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Sport des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt wurde.... Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, nach einer knappen Zusammenfassung der wichtigsten empirischen Untersuchungen zur Verbreitung von Gewalt und Aggression an Schulen ausgewählte Aspekte einer eigenen Untersuchung zur Problematik unter besonderer Berücksichtigung der Grundschule festzustellen. (DIPF/Text übernommen).


[7-F] Huber, Christoph, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Grunder, Hans-Ulrich, Prof.Dr. (Betreuung):
Gewalt in der Schule

INHALT: Dem Projekt liegen drei Fragestellungen zugrunde: Wie wird Gewalt in der Schule und im schulischen Umfeld wahrgenommen? Wo, wie häufig und in welcher Ausprägung tritt Gewalt in der Schule tatsächlich auf? Wo liegen die Chancen zu präventiven Maßnahmen in schulpädagogischer Sicht? Das Projekt strebt eine Antwort in einem regional fokussierten, jedoch vergleichenden Blickwinkel an. Ausgegangen wird von der These, die Wahrnehmung von Gewalt entspreche nicht zwangsläufig der Faktizität des Vorkommens von Gewalt. Die Linie der Interferenz zwischen wahrgenommener und faktisch aufgetretener Gewalt wird als aufschlußreicher Problembereich eingestuft, dessen Ergründung die Kontroverse um das Thema Gewalt in der Schule erheblich versachlichen und inhaltlich weiterführen dürfte. Parallelstudie im Kanton Bern (Schweiz). GEOGRAPHISCHER RAUM: Baden-Württemberg

METHODE: Befragung über die Wahrnehmung von Gewalt in der Schule unter Kindern, Lehrkräften und Eltern; Untersuchung des tatsächlichen Vorkommens von Gewalt anhand von offiziellen Statistiken. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, standardisiert; Aktenanalyse, offen. Beobachtung, teilnehmend. Sekundäranalyse von Individualdaten. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.

ART: Eigenprojekt BEGINN: 199712 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution

INSTITUTION: Universität Tübingen, Fak. für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Institut für Erziehungswissenschaft Abt. Schulpädagogik (Münzgasse 22-30, D-72070 Tübingen)

KONTAKT: Leiter (e-mail: hans-ulrich.grunder@uni-tuebingen.de)


[8-L] Hurrelmann, Klaus; Palentien, Christian; Wilken, Walter (Hrsg.):
Anti-Gewalt-Report: Handeln gegen Aggressionen in Familie, Schule und Freizeit, (Beltz Grüne Reihe), Weinheim: Beltz 1995, 248 S., ISBN: 3-407-25164-5 (Standort: UuStB Köln(38)-19A6789)

INHALT: "Viele Fachleute in pädagogischen, psychologischen und sozialen Berufen sind verunsichert durch das hohe Ausmaß an Gewalt, das Kinder und Jugendliche erdulden, oft aber auch ausüben. Dieses Buch soll Orientierung schaffen. Im Stil eines 'Reports' liefern Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Publizistik eine Übersicht über Ausmaß und Ausprägungen von Aggressionen und Gewalt. Körperliche, psychische und verbale Aggressionsformen werden ebenso berücksichtigt wie sexuelle und fremdenfeindliche Gewalt sowie Gewalt gegen Sachen ('Vandalismus', 'Rowdytum'). Ein Serviceteil mit Portraits beispielhafter Anti-Gewalt-Initiativen hat zum Ziel, die Leserinnen und Leser zu einem engagierten Handeln gegen Gewalt zu ermuntern. Das Buch richtet sich an alle, die Ungerechtigkeit, Benachteilgung, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft beklagen und die gewillt sind, aktiv etwas dagegen zu tun." (Autorenreferat)


[9-F] Jünger, Werner, Dr.; Geider, Franz Josef, Dr. (Bearbeitung); Klaus, Alfred, Prof.Dr.habil. (Leitung):
Gewalt in der Schule

INHALT: Entwicklung eines Forschungsinstrumentariums; empirische Analyse von Schuljugendlichen (Epidemiologie, Prävention, Intervention). ZEITRAUM: 1950-1997 GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland

METHODE: lerntheoretischer Ansatz. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Standardisierte Befragung, schriftlich. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.

ART: Eigenprojekt BEGINN: 199712 ENDE: 200012 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution

INSTITUTION: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Fak. 01 Allg. Pädagogik, Schulpädagogik, Psychologie, Soziologie, Sonderpädagogik, Fach Psychologie (Keplerstraße 85, D-69120 Heidelberg)

KONTAKT: Jünger, Werner (e-mail: JUENGER@PH-HEIDELBERG.DE)


[10-F] Katholische Universität Eichstätt:
Aggression und Gewalt an polnischen Schulen

INHALT: In Polen wird in jüngster Zeit immer wieder diskutiert, warum die Anwendung von Gewalt unter Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen hat. Nach übereinstimmender Meinung vieler Lehrerinnen und Lehrer verschiedener Schulformen ist vor allem in der Schule das Klima aggressiver geworden. Schon in den ersten Schuljahren wird erpreßt, geprügelt, zerstört. Viele Schüler haben keinen Respekt mehr voreinander sowie vor den Lehrerinnen und Lehrern. Was Schulpsychologen beunruhigt, sind nicht so sehr die in der Öffentlichkeit hervorgehobenen Einzelfälle, sondern das zunehmend fehlende Unrechtsbewußtsein vieler Schüler. Ein Projekt des polnischen Pädagogen Dr.Dr. Janusz Surzykiewicz fragt nach den individuellen und gesellschaftlichen Faktoren für diese Entwicklung. In Zusammenarbeit mit Prof.Dr. Hans-Ludwig Schmidt, Lehrstuhl für Sozialpädagogik an der Universität Eichstätt, und Frau Prof.Dr. Krystyna Ostrowska, Inhaberin des Lehrstuhls für Prophylaxe und Rehabilitation an der Universität Warschau sowie Direktorin des Methodischen Zentrums für Psychopädagogische Hilfe beim Polnischen Bildungsministerium, werden nach einer Aufarbeitung der vorhandenen Literatur und der theoretischen Definition der Begriffe Aggression und Gewalt empirische Untersuchungen durchgeführt. Nach einer Pilotstudie an Warschauer Schulen werden 2.880 Schüler aus Grund- und weiterführenden Schulen in ganz Polen Fragebögen ausfüllen, deren Auswertung Grundlage für die Erarbeitung eines sozialpädagogischen Handlungsansatzes für Interventionen und Prävention liefern soll. Aus Mitteln des ZIMOS konnte die das Projekt vorbereitende Studie, die u.a. neueste kriminalstatistische Daten und Zusammenhänge umfänglich aufarbeitet, finanziert werden. Die Ergebnisse sind erschienen in: Janusz Surzykiewicz. Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen in Polen - Beitrag zu einer Situationsanalyse als Voraussetzung für Forschung und Erziehungspraxis, Hrsg.: Hans-Ludwig Schmidt und Erhard Hischer. Reihe diritto Wissenschaft - BPB, Eichstätt 1996. GEOGRAPHISCHER RAUM: Polen

VERÖFFENTLICHUNGEN: Surzykiewicz, Janusz: Aggression und Gewalt von Kindern und Jugendlichen in Polen. Beitrag zu einer Situationsanalyse als Voraussetzung für Forschung und Erziehungspraxis. Forschung am Lehrstuhl für Sozialpädagogik der Katholischen Universität Eichstätt, Bd. 1. Eichstätt 1996.+++Ders.: Schule und Gewalt. Eine Bilanz von Befunden und Interventionsperspektiven interdiszplinärer Forschung in Polen. Forschung am Lehrstuhl für Sozialpädagogik der Katholischen Universität Eichstätt, Bd. 2. Eichstätt 1998.

ART: keine Angabe ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe

INSTITUTION: Katholische Universität Eichstätt, Zentralinstitut für Mittel- und Osteuropastudien (Ostenstraße 27, D-85072 Eichstätt)

KONTAKT: Institution (Tel. 08421-931717, Fax: 08421-931780)


[11-L] Kolbe, Fritz-Ulrich:
Schulformspezifische Belastung durch abweichendes Verhalten in bundeslandeigener Problemkonstellation: Ergbnisse einer vergleichenden Schulleiterbefragung, in: Wilfried Schubarth/ Fritz-Ulrich Kolbe/ Helmut Willems (Hrsg.): Gewalt an Schulen: Ausmaß, Bedingungen und Prävention ; quantitative und qualitative Untersuchungen in den alten und neuen Ländern, Opladen: Leske u. Budrich 1996, S. 48-70, ISBN: 3-8100-1479-6 (Standort: UB Bonn(5)-96-5894)

INHALT: Vorgelegt werden Ergebnisse einer Schulleiterbefragung, in deren Verlauf Leiter unterschiedlicher Schultypen in Sachsen (n=568), Hessen (n=430), Thüringen (n=128) und Baden-Württemberg (n=232) befragt wurden. Der Verfasser vergleicht zum einen die Gewaltbelastung verschiedener Schulformen innerhalb eines Bundeslandes, zum anderen die Gewaltbelastung vergleichbarer Schulformen in verschiedenen Bundesländern. Beide Vergleiche machen deutliche Unterschiede sichtbar, die auf vier spezifische Problemverdichtungen zurückgeführt werden: (1) schulformspezifische soziale Zusammensetzung der Schülerschaft; (2) systemspezifische Funktion von Schulformen; (3) schulformspezifische Reaktionen auf abweichendes Verhalten als Teil von Schulklima und Schulkultur; (4) Problemverdichtung in bestimmten Ortsgrößenklassen. (ICE)


[12-L] Krappmann, Lothar; Born, Aristi:
Rücksichtslosigkeit und Gewalt unter Schülern: Feldbeobachtungen in Berliner Grundschulklassen, in: Gesine Foljanty-Jost/ Dieter Rössner <Hrsg.>: Gewalt unter Jugendlichen in Deutschland und Japan: Ursachen und Bekämpfung, Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1997, S. 67-83, ISBN: 3-7890-4780-5 (Standort: UB Münster Zweigbibl. Sozialwiss.(6A)-MS2400/181)

INHALT: In ihrem Forschungsbericht untersuchen die Autoren die Gewaltbereitschaft bei Schülern in Grundschulklassen eines nicht sozial auffälligen Berliner Innenstadtbezirks. Sie zeigen auf, daß es einen Ansatzpunkt für rücksichtslose Durchsetzung gegen andere und für Gewalttätigkeiten unter Kindern gibt, der in der sozialen Kinderwelt selber wurzelt. Die Untersuchung beruht auf der Auswertung von narrativen Protokollen, die über das soziale Geschehen im Klassenzimmer und auf dem Schulhof unter den Schülern in drei vierten und einer sechsten Klasse angefertigt wurden. Beobachtet wurden insgesamt 120 Schüler, unter ihnen 13 ausländische Kinder verschiedener Nationalität. Es wurde deutlich, daß, obwohl Kinder Mühe haben, ihre Aushandlungen zu einem guten Ende zu bringen, ein Erwachsener (hier der/die LehrerInnen) ihnen diese Aufgabe im konkreten Falle nicht abnehmen kann. Die Kinder müssen selbst entscheiden, worauf sie eingehen und wo sie Grenzen setzen wollen. Fazit: LehrerInnen können für ein sozialintegratives Klassenklima viel tun, wenn sie mit den Kindern über die Konflikte reden. Die Lehrkräfte sind hierfür jedoch wenig vorbereitet. Sie geben den Kindern zu wenig Raum, ihre Sichtweisen und Beschwerden darzustellen und miteinander zu prüfen. (prb)


[13-L] Lamnek, Siegfried (Hrsg.):
Jugend und Gewalt: Devianz und Kriminalität in Ost und West, (Symposium "Jugend und Gewalt", 1995, Eichstätt), Opladen: Leske u. Budrich 1995, 327 S., ISBN: 3-8100-1511-3

INHALT: " 'Jugend und Gewalt' - das ist ein stets öffentlichkeitswirksamer, spektakulärer und mediengerechter aufbereitbarer Bereich. In der öffentlichen Meinung erfolgt schnell eine relativ feste gedankliche Koppelung zwischen 'Jugend' und (vornehmlich) physischer Gewalt, wobei dies oft als Desintegrationsphänomen von Gegenwartsgesellschaften gedeutet wird. Ist nun die Behauptung von der in Qualität und Quantität zunehmenden Jugendgewalt ein bloßes Wahrnehmungsphänomen, eine gesellschaftliche Interpretations- und Konstruktionsleistung oder bestehen begründete Anhaltspunkte, die diese Annahme für Deutschland bestätigen können? Der vorliegende Band enthält Beiträge von Vertretern verschiedener Disziplinen und Praxisfelder, die in drei Themenbereichen - fremdenfeindliche Gewalt, Gewalt innerhalb und außerhalb von Schulen sowie Gewaltkriminalität Jugendlicher - theoretisch und empirisch dieser Frage nachgehen. Ein besonderes Gewicht liegt dabei auf dem Vergleich zwischen Jugendlichen in Ost und West hinsichtlich ihrer Devianz, ihrer Gewaltbelastungen und ihrer Einstellungen." (Autorenreferat)


[14-L] Luedtke, Jens:
Werden unsere Schüler immer gewalttätiger?: erste Ergebnisse einer repräsentativen Untersuchung zum Phänomen "Gewalt in der Schule", in: Heine von Alemann <Hrsg.>: Mensch Gesellschaft!: Lebenschancen und Lebensrisiken in der neuen Bundesrepublik, Opladen: Leske u. Budrich 1995, S. 89-10, ISBN: 3-8100-1495-8

INHALT: Aus retrospektiver Perspektive analysiert der Autor die Gewaltentwicklung an Schulen als Querschnittserhebung zu zwei Zeitpunkten im Sinne eines "heute - früher"-Vergleichs bei Lehrern in Bayern. Im Durchschnitt waren die Befragten 17 Jahre als Lehrer tätig und etwa 11 Jahre an der derzeitigen Schule beschäftigt. Aufgrund ihrer beruflichen Position werden sie als besonders "sensibilisiert" für das Thema angesehen. Skizziert wird die Meinung der Lehrer und Lehrerinnen zu allgemeinen quantitativen und qualitativen Entwicklung der Gewalt an bayerischen Schulen. Anschließend werden die Aussagen der Befragten zur Veränderung der Hemmschwellen für Gewaltreformen vorgestellt, woran sich ein Darstellung der konkreten Entwicklung ausgewählter gewalttätiger Handlungen an den jeweiligen Schulen der Lehrkräfte anschließt. Eine kurze Beschreibung der Bewertung von Schülern zu einzelnen gewalttätigen Handlungen schließt den Beitrag. (rk)


[15-L] Meier, Ulrich; Melzer, Wolfgang; Schubarth, Wilfried; Tillmann, Klaus-Jürgen:
Schule, Jugend und Gewalt: Ergebnisse einer Schulleiterbefragung in Ost- und Westdeutschland, in: Zeitschrift für Sozialisationsforschung und Erziehungssoziologie, Jg. 15/1995, H. 2, S. 168-182 (Standort: UuStB Köln(38)-XG02735; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: "Berichtet wird über eine Schulleiterbefragung zu Gewalt und abweichendem Verhalten, die an allen hessischen und an allen sächsischen Schulen der Sekundarstufe I durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, daß nur eine Minderheit der Schulleitungen eine erhebliche Gewaltbelastung sieht. Dies wird nach Deliktformen (von Vandalismus bis Erpressung) aufgeschlüsselt. Dabei zeigen sich interessante Unterschiede sowohl im Ost-West-Vergleich als auch im Vergleich zwischen den Schulformen." (Autorenreferat)


[16-L] Melzer, Wolfgang; Rostampour, Parviz:
Schulische Gewaltformen und Täter-Opfer-Problematik, in: Wilfried Schubarth/ Fritz-Ulrich Kolbe/ Helmut Willems (Hrsg.): Gewalt an Schulen: Ausmaß, Bedingungen und Prävention ; quantitative und qualitative Untersuchungen in den alten und neuen Ländern, Opladen: Leske u. Budrich 1996, S. 131-148, ISBN: 3-8100-1479-6 (Standort: UB Bonn(5)-96-5894)

INHALT: Vorgelegt werden Ergebnisse einer 1995 an repräsentativ ausgewählten Mittelschulen und Gymnasien in Sachsen durchgeführten Untersuchung, in deren Verlauf mehr als 4000 12- bis 16jährige Schülerinnen und Schüler befragt wurden. In einem ersten Teil werden Formen und Ausmaß schulischen Gewalthandelns analysiert sowie Interventionsbereitschaft und -formen seitens der Schüler dargestellt. Im folgenden wird untersucht, in welchem Ausmaß Täter und Opfer unter Schülern verschiedener Schulformen, Schulstufen und beiderlei Geschlechts in Städten und ländlichen Regionen vorkommen. Als Hilfestellung für die schulische Präventions- und Interventionsarbeit werden abschließend Ansätze einer Täter-Opfer-Typologie entwickelt. (ICE2)


[17-F] Mesletzky, Josephine, M.A.; Gottburgsen, Anja, M.A.; Oelkers, Susanne, M.A. (Bearbeitung):
Analysis of the status quo of in-school preventive measures concerning sexual violence against girls and boys in the 15 member states of the European Union

INHALT: keine Angaben GEOGRAPHISCHER RAUM: Europäische Union

VERÖFFENTLICHUNGEN: Mesletzky, J.; Gottburgsen, A.; Oelkers, S.: Prevention of sexual violence against girls and boys in school. Qualitative analyses. Kiel: Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung 1996.

ART: gefördert BEGINN: 199601 ENDE: 199612 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Schleswig-Holstein Ministerium für Frauen, Bildung, Weiterbildung und Sport

INSTITUTION: Universität Kiel, Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung -ZiF- (Olshausenstraße 40, D-24098 Kiel)

KONTAKT: Institution (e-mail: edv@zif.uni-kiel.de, Tel. 0431-880-1150)


[18-L] Pieber, Margit (Redakteur):
Europa: wenn Gewalt zum Alltag wird, (agenda Frieden, 17), (11. Internationale Sommerakademie "Europa - Wenn Gewalt zum zum Alltag wird", 1994, Stadtschlaining), Münster: agenda Verl. 1995, 208 S., ISBN: 3-929440-60-1 (Standort: UB Münster(Westf.)(6A)-MK5000-90)

INHALT: Das Sammelwerk enthält folgende Einzelbeiträge: 1. Zusammenprall der Weltkulturen. Religionswissenschaftliche Betrachtungen zu turbulenten Synergien; 2. Der Wunsch nach Gewalt. Zwischen Psyche und Gesellschaft. Zur Politik des 'subjektiven Faktors'; 3. Risikogesellschaft Europa. Zwischen Globalisierung und Individualisierung; 4. Freiheit und Entfremdung. Ein gutes Wort für das Böse; 5. Die Chance der Demokratie. Zum Verhältnis von innerer und äußerer Gewalt im neuen Europa; 6. Szenarien der europäischen Desintegration und Integration ; 7. Wir brauchen vier neue Gesellschaftsverträge. Interview von Peter Pelinka und Armin Thurnher mit Bernd Marin; 8. Die Wende in Osteuropa und die politische Gewalt . Das Ende des real existierenden Sozialismus - der Triumph des Liberalismus?; 9. Neuer Nationalismus?; 10. Wie aus den "alten Nazis" eine "neue APO" wurde. Erklärungsmuster der Rechtsextremismusforschung im Wandel; 11. Jugendgewalt? Der neue Genertionskonflikt; 12. Mit dem Rücken zur eigenen sozialen Wirklichkkeit. Das Gewaltproblem in der Schule; 13. Die Tücken der Subjektwerdung. Emanzipation und Therapie als moderne Metamorphosen von Gewalt und Schuld am Beispiel des Geschlechterkampfes und Sadomasochismus; 14. Massenkommunikation, Dominanzkultur und Gewalt; 15. Die euopäische Stadt: "Wege aus der Gewalt.". Zehn Thesen (sb2)


[19-L] Schubarth, Wilfried:
Gewalt an Schulen, in: Jahrbuch für zeitgeschichtliche Jugendforschung, Jahr 1995/1995, S. 120-143

INHALT: Der vorliegende Aufsatz ist ein Übersichtsbericht über den Forschungsstand zum Themenkomplex Gewalt in der Schule. Vorrangig behandelt der Verfasser zwei Leitfragen: Ist die Gewalt an den Schulen in jüngster Zeit sprunghaft angestiegen? Was sind die Ursachen für Gewalt an deutschen Schulen? Der Verfasser kommt zu folgenden Resultaten: (1) Formen von Gewalt sowohl seitens der Schüler als auch seitens der Institution Schule sind stets immanenter Bestandteil des Schulwesens gewesen, auch wenn sich die Ausdrucksformen der Gewalt verändert haben. (2) Es gibt heute nur eine Minderheit von Schulen, an denen Aggression und Gewalt schon ein größeres Ausmaß angenommen haben. (3) Insgesamt gibt es Anzeichen dafür, daß Aggression und Gewalt an deutschen Schulen in den letzten Jahren tendenziell zugenommen haben. (4) Erklärungsansätze für außerschulische Gewaltursachen bieten familiale Probleme sowie Gewaltdarstellungen in den Medien. (5) Als Ursachen im Umfeld der Schule werden schulökologische Faktoren, Probleme der Identifizierung mit der Schule und Erscheinungen sozialer Desintegration in der Schule benannt. Der Verfasser resümiert, daß keineswegs von einem sprunghaften Anstieg von Aggression und Gewalt an deutschen Schulen in den letzten Jahren gesprochen werden kann. (ICC)


[20-L] Schubarth, Wilfried:
Gewalt an Schulen im Spiegel aktueller Schulstudien, in: Siegfried Lamnek (Hrsg.): Jugend und Gewalt: Devianz und Kriminalität in Ost und West, Opladen: Leske u. Budrich 1995, S. 139-154, ISBN: 3-8100-1511-3

INHALT: Der Beitrag berichtet im ersten Teil von den Ergebnissen einer vergleichenden Schulleiterbefragung in Sachsen und Hessen zum Ausmaß von Aggression, Gewalt und Vandalismus an Sekundarschulen. Von den Schulleitern wurde die Sachbeschädigung als häufigstes Problem angegeben, deutlich vor den Tatbeständen Diebstahl und Körperverletzung. Im Bundesland Hessen treten die Erscheinungsformen von Gewalt öfter an den Haupt- und Realschulen sowie an den Förderschulen auf, in Sachsen entsprechend an den Mittelschulen. Der nähere Vergleich zeigt jedoch, daß in den hessischen Schulen häufiger Waffen eingesetzt werden, daß brutalere Schlägereien zu verzeichnen sind und die Mädchen sich vergleichsweise gewalttätiger verhalten. Im zweiten Teil des Beitrages werden die Ergebnisse zu weiteren empirischen Schulstudien aus den letzten zwei Jahren in Beziehung gesetzt und eine erste systematische Übersicht zur Problematik 'Schule und Gewalt' gegeben. Unter dem Vorbehalt der inhaltlichen Ausdifferenzierung der einzelnen Befunde und der methodischen Frage der Vergleichbarkeit der Daten werden Gewaltbelastung, Häufigkeit der Erscheinungsformen, schulinterne Präventionsmaßnahmen u.a. tabellarisch dargestellt. Ein dramatischer Anstieg der Gewalt an Schulen läßt sich zwar nicht feststellen, aber die existierenden Probleme sind nach wie vor ernst zu nehmen. (ICI)


[21-L] Schubarth, Wilfried; Kolbe, Fritz-Ulrich; Willems, Helmut (Hrsg.):
Gewalt an Schulen: Ausmaß, Bedingungen und Prävention ; quantitative und qualitative Untersuchungen in den alten und neuen Ländern, (Reihe Schule und Gesellschaft, Bd. 11), Opladen: Leske u. Budrich 1996, 249 S., ISBN: 3-8100-1479-6 (Standort: UB Bonn(5)-96-5894)

INHALT: Die Beiträge des Sammelbandes fassen neuere Untersuchungsergebnisse zu drei Schwerpunktbereichen der Diskussion um schulische Gewalt zusammen. Hierbei geht es zum einen um Ausmaß, Erscheinungsformen und Entwicklungstendenzen von Gewalt an Schulen. Im Vordergrund stehen hier Ergebnisse einer in Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen durchgeführten Schulleiterbefragung aus den Jahren 1993/94. Ein zweiter Themenkomplex betrifft die Frage nach gewaltfördernden und gewalthemmenden Bedingungen und Ursachenfaktoren in der Schule selbst. Hieran knüpft als dritter Aspekt der Thematik die Analyse der gegenwärtigen schulischen Interventions- und Präventionspraxis an. In die Darstellung der drei genannten Themenbereiche fließen jeweils die besonderen Perspektiven von Schülern und Lehrern ein. (ICE2)


[22-L] Schwind, Hans-Dieter:
Gewalt in der Schule - am Beispiel von Bochum: Überblick über ein Forschungsprojekt, in: Siegfried Lamnek (Hrsg.): Jugend und Gewalt: Devianz und Kriminalität in Ost und West, Opladen: Leske u. Budrich 1995, S. 99-118, ISBN: 3-8100-1511-3

INHALT: Der Autor berichtet über die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung an verschiedenen Schulen in Bochum, in welcher im Auftrag des Bochumer Schulamtes im Herbst 1993 neben den Schülern auch die Lehrer, Schulleiter, Sekretärinnen und Hausmeister zum Ausmaß der Gewalttätigkeiten befragt wurden. Insgesamt wurden in der kriminologischen Untersuchung 350 verschiedene Variablen zu den Gewaltphänomenen und schulischen Rahmenbedingungen erhoben, von denen einige anhand von Graphiken vorgestellt werden. Die Medienberichte über eine angeblich dramatische Zunahme der Gewalt an den Schulen lassen sich zwar nicht bestätigen, jedoch konnte ein zahlenmäßig geringer, aber 'harter Kern' an gewaltbereiten Schülern ermittelt werden. Die Ergebnisse belegen ferner, daß die Zahl von einem bis sieben gewalttätigen Mitschülern ausreicht, um das subjektive Sicherheitsempfinden in einem Klassenverbund erheblich zu beeinträchtigen. Im Hinblick auf notwendige Präventionsmaßnahmen unterbreitet der Autor abschließend einige konkrete Vorschläge zur Gestaltung des Schulalltags. (ICI)


[23-L] Schwind, Hans-Dieter; Ahlborn, Wilfried; Gielen, Birgit; Roitsch, Karin:
Methoden der Datenerhebung und -analyse: am Beispiel der Bochumer Untersuchung zur 'Gewalt in der Schule', in: Jo Reichertz <Hrsg.>: Die Wirklichkeit des Rechts: rechts- und sozialwissenschaftliche Studien, Opladen: Westdt. Verl. 1998, S. 28-35, ISBN: 3-531-13223-7

INHALT: Der Beitrag skizziert den theoretischen Ansatz und die methodische Vorgehensweise einer 1993/94 durchgeführten empirischen Studie. Einleitend werden Ergebnisse der allgemeinen Agressionsforschung, die den theoretischen Rahmen der Arbeit bilden, sowie die Resultate bisheriger deutscher und internationaler Studien zur Thematik vorgestellt. Befragt wurden nicht nur Schulleiter, Lehrer und Schüler, sondern auch Eltern, Schulsekretärinnen und Hausmeister. Für die einzelnen Probandengruppen wurden insgesamt acht spezifische Fragebögen entwickelt. In Bezug auf die Gewaltphänomene wurden die Formen und das Ausmaß der beobachteten Gewalt erfragt. Im abschließenden Teil wird auf exemplarische Weise geprüft, welche Trainingsprogramme (für Schüler und Lehrer) bislang angeboten werden bzw. welche Handlungskonzepte und welche "Tips für die Praxis" aus dem Schrifttum den Lehrern inzwischen zur Verfügung gestellt werden können. (pre)


[24-L] Sertl, Michael; Paseka, Angelika; Ofner, Franz:
Jugend und Gewalt, Gewalt an Schulen, in: Tamas Meleghy, Heinz-Jürgen Niedenzu, Max Preglau, Franz Traxler, Bettina Schmeikal <Hrsg.>: Soziologie im Konzert der Wissenschaften: zur Identität einer Disziplin, Opladen: Westdt. Verl. 1997, S. 197-214, ISBN: 3-531-12562-1 (Standort: UB Bonn(5)-97-5500)

INHALT: Nach Durchsicht der Medienberichterstattung der vergangenen Jahre entsteht der Eindruck, daß erstens Gewalt an Schulen ein gravierendes, die eigentliche Unterrichtstätigkeit einschränkendes Phänomen ist, und daß zweitens Gewalt an Schulen deutlich zugenommen haben muß. In den vorliegenden Beiträgen der Sektion Bildungs- und Pädagogische Soziologie wird versucht, Gewalt in den Bildungsinstitutionen genauer zu analysieren, wobei unter Gewalt in diesen Untersuchungen ausschließlich personelle Gewalt verstanden wird, die sich in verbaler, physischer und psychischer Gewalt und in der Beschädigung von Sachen manifestiert. Ein Referat (Krumm/Lamberger-Baumann) stellt sich dem Thema aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive, zwei Studien (Kirschej, Stadler) wählen eine politisch historische bzw. politikwissenschaftliche Perspektive. Die restlichen Referate nähern sich dem Thema mit dem Instrumentarium der empirischen Sozialforschung, wobei der forschungstechnische Hintergrund ganz unterschiedlicher Natur ist: einmal mehr Grundlagenforschung (Fuchs), einmal kommunale Auftragsforschung (Dornmeyr/Nemeth), schließlich zwei kleinere Studien mit schulpraktischem Bezug. (ICE2)


[25-L] Tillmann, Klaus-Jürgen:
Gewalt in der Schule - ein altes oder neues Thema?, in: Renate Valtin, Rosemarie Portmann; Arbeitskreis Grundschule - Der Grundschulverband - e.V. <Hrsg.>: Gewalt und Aggression: Herausforderungen für die Grundschule, Frankfurt am Main: 1995, S. 66-74, ISBN: 3-930024-53-5 (Standort: UB Hagen(708)-ICG-VAL; Graue Literatur)

INHALT: Der Autor will angesichts der sich häufenden Presse- und Fernsehberichterstattung zum Thema "Gewalt in der Schule" - zur kritischen Selbstvergewisserung - drei Fragen stellen: Haben wir es hier mit einem neuen Problem zu tun? Was müßte eigentlich erforscht werden (individualbiographischer, interaktioneller, sozialökologischer Kontext)? Welche Handlungsmöglichkeiten hat gegenwärtig die Schule? (sieben Empfehlungen, wie die pädagogische Qualität von Schule verbessert werden kann). Die Antworten, die der Autor versucht, "haben einen vorläufigen Charakter, deuten jedoch alle in die gleiche Richtung: Sie sind als Plädoyer für eine differenzierte Argumentation jenseits des gegenwärtigen Medienrummels zu verstehen". (DIPF/Kr.).


[26-L] Tillmann, Klaus-Jürgen:
Gewalt in der Schule: Situationsanalyse und Handlungsperspektiven, in: Neue Sammlung, Jg. 35/1995, H. 2, S. 89-104 (Standort: UuStB Köln(38)-AP5082/001; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: "Der Autor analysiert das in der Öffentlichkeit zur Zeit hochgespielte Thema der Gewalt in der Schule. Empirische Befunde sind die Basis für die Frage nach (schul)pädagogischen Handlungsmöglichkeiten. Deutlich erkennbar wird, daß es wohl Veränderungen im Verhältnis von Jugend, Schule und Gewalt gibt, keinesfalls aber den dramatischen Anstieg jugendlicher Gewalteskaltion in Schulen, den viele Medien an die Wand malen." (Autorenreferat)


[27-L] Ulonska, Herbert; Koch, Helmut H. (Hrsg.):
Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen: ein Thema der Grundschule, (Symposium "Gewalt gegen Kinder als Problem der Grundschule", 1996, Münster), Bad Heilbrunn: Klinkhardt 1997, 248 S., ISBN: 3-7815-0897-8 (Standort: UB Hagen(708)-ONB-KOCM)

INHALT: "Gewalt gegen Mädchen und Jungen, besonders die sexuelle Gewalt, findet großes öffentliches Interesse, auch wenn dieses oft von Sensationsneugier begleitet ist. Umso nötiger bedarf dieses Thema der wissenschaftlichen Vertiefung und der Qualifizierung von Lehrerlnnen, die den mißbrauchten Kindern in der Schule begegnen. Formen der Gewalt werden grundsätzlich unter medizinischen, psychologischen und juristischen Aspekten thematisiert. Präventions- und Interventionsmöglichkeiten des sexuellen Mißbrauchs für die Grundschule werden reflektiert. Da alle Beiträge der Verfasser auf langjähriger Praxis beruhen, wollen sie zu einer Sensibilisierung gegenüber gewalttätigen Übergriffen gegen Kinder beitragen und die didaktische Kompetenz der Unterrichtenden unterstützen." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Helmut H. Koch / Herbert Ulonska: Einführung (10-17); Elisabeth Müller-Luckmann: Das 'beschädigte' Kind. Ursachen und Formen gesellschaftlicher und familiärer Gewalt (19-25); Elisabeth Trube-Becker: Rechte des Kindes gegen Gewalt (26-39); Günther Deegener: Gesellschaft - Täter - Opfer - Profile. Neue Forschungsergebnisse zum sexuellen Mißbrauch (41-71); Tilman Fürniss: Einführende Aspekte zur Arbeit mit jugendlichen sexuellen Mißhandlern (72-87); Brunhilde Marquardt-Mau: Schulische Prävention gegen sexuelle Kindesmißhandlung - Möglichkeiten und Grenzen (89-112); Wilma Wirtz-Weinrich: Interventionsmöglichkeiten bei Verdacht auf sexuellen Mißbrauch an Kindern in der Grundschule (113-130); Jutta Breidert: (Arbeitskreis 'Das mißhandelte Kind', Köln): Was tun, wenn ich sexuellen Mißbrauch vermute? (131-139); Helmut H. Koch / Marianne Kruck: Prävention in der Grundschule (141-179); Christa Wanzeck-Sielert: Mit Körper, Sprache und allen Sinnen. Sexualerziehung in der Grundschule (180-191); Herbert Ulonska: Seelsorge als Begleitung. Begleiten sexuell mißbrauchter Kinder im Religionsunterricht der Primarstufe (192-215); Petra Risau: Dokumentation der Podiumsdiskussion (217-226).


[28-L] Wenzke, Gerhard:
Gewalt unter Schuljugendlichen: Paneluntersuchung in Frankfurt/ Oder und Slubice ; eine Grenzlandstudie, in: Roland Arbinger u. Reinhold S. Jäger (Hrsg.): Zukunftsperspektiven empirisch-pädagogischer Forschung, Landau: Empirische Pädagogik e.V. 1995, S. 128-137, ISBN: 3-931147-04-5 (Standort: UB Trier(385)-B-In35558)

INHALT: Aufgrund der derzeitigen Diskussion um zunehmende Gewalt unter Jugendlichen versucht der Autor durch einen Vergleich zwischen Frankfurt/O. und Slubice (Polen) der Frage nachzugehen, ob die Erfahrungen der Jugend mit dem Legitimationsverlust der jetzigen Autoritäten die Gewaltbereitschaft erhöht haben. Dabei werden anhand von Skalen zu Gewaltverhalten Jugendliche in beiden Städten über drei Jahre hinweg zu den Items "Sachen kaputtmachen", "einen Schwächeren verhauen" und "sich prügeln" befragt. Der Vergleich der zwei Stichproben erlaubt den Schluß, daß nicht die unterschiedlichen gesellschaftlichen Systeme oder Kulturen das Gewaltverhalten bestimmen, sondern der Interaktionsprozeß in einer spezifischen Altersphase durch peergroups und Schule. Die aus der Längsschnitt-Untersuchung gewonnenen Daten verweisen insgesamt auf eine geringfügige Zunahme von Gewalt unter Schülern, die weder bedrohlich ist noch übersehen werden darf. (ICB)


[29-L] Ziegler, Regine; Ziegler, Albert:
Gewalt in der (Grund-)Schule: Analysen und pädagogische Konsequenzen, (Berichte aus der Pädagogik), Aachen: Shaker 1997, III, 131 S., ISBN: 3-8265-3087-X (Standort: UB Bonn(5)-P98-1306)

INHALT: Ausgehend vom derzeitigen Forschungsstand zur Gewalt an Grundschulen in der Bundesrepublik Deutschland wird ein Überblick über die Gewalt an der Schule gegeben und der Frage nachgegangen, ob diese tatsächlich zugenommen hat. Neben einer Begriffsklärung von Aggression und Gewalt stellen die AutorInnen fest, dass sich die Resultate der verschiedenen Untersuchungen nicht zu einem Gesamtbild zusammensetzen lassen. Stark voneinander abweichende Untersuchungsmethoden, subjektive Eindrücke und die zu geringe Berücksichtigung des sozialen Umfeldes fallen im Vergleich der Studien auf. Weiterhin werden die wichtigsten Erklärungstheorien in Bezug auf aggressives und gewalttätiges Verhalten vorgestellt und ihre pädagogischen Konsequenzen für die Grundschule untersucht. Es folgt ein Überblick über ausgewählte allgemeine Interventions- und Präventionsprogramme gegen die Gewalt an Grundschulen, wobei besonders die positive Beeinflussung von Antezedens- und Randbedingungen von Gewalt und Aggression gute Ansatzpunkte bietet. (prh)