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5 Das kriegerische Klima: Konflikt- und Kriegspotential der
Zukunft?

[58-L] Albrecht, Ulrich:

Krieg um Wasser?, in: Prokla, Jg. 26/1996, Nr. 1, S. 5-16 (Standort: UuStB Köln(38)-XG3381; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: Grundsätzlich läßt sich die globale Wasserproblematik auf drei fundamentale Probleme reduzieren: Wasserknappheit, Wasserverschmutzung und die globale Erwärmung. Der vorliegende Beitrag untersucht Aspekte der erstgenannten Fragestellung: die internationalen Probleme des Wassermanagements und deren möglicherweise konflikthafte, eventuell gewaltsame Austragung. Vor allem im israelisch-arabischen Konflikt ging und geht es auch heute teilweise noch um die Verfügung über die begrenzten Wasserreserven der Region. Einen Überblick über Konfliktpotentiale in dieser Region, die zu einem 'Krieg um Wasser' führen können, gibt der Autor im vorliegenden Beitrag. (ICE)

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[59-L] Bächler, Günther:

Wie sich Umweltkonflikte friedlich regeln lassen, in: hrsg. von Dieter Senghaas: Frieden machen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997, S. 376-396, ISBN: 3-518-12000-X

INHALT: Von nachhaltiger Lebensweise ist die Menschheit noch weit entfernt. Klimaveränderungen, die Abnahme der biologischen Vielfalt etc. haben globale Konflikte entstehen lassen, die bis vor kurzem noch nicht existierten. Doch die Zerstörung des biologischen Reichtums der Erde verläuft ausgehend von lokalen Vorgängen eher unspektakulär. Die vielen innerstaatlichen bewaffneten Konflikte, die auf Umweltzerstörung zurückzuführen sind, sind jedoch ein Indiz für die Zerrüttung der gesellschaftlichen Naturverhältnisse. Neuzeitliche Umweltkonflikte unterscheiden sich damit deutlich von historischen Ressourcenkonflikten um Land, Wasser und Bodenschätze. Es ist nicht auszuschließen, daß die aktuellen Umweltkonflikte nur die Vorboten einer internationalen Gewaltwelle sind, die sich künftig z.B. aufgrund von Interessenkonflikten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern entwickelt. Der Autor skizziert Aspekte internationaler Umweltpolitik ("Austausch von Äquivalenten") und beschreibt am Beispiel eines konkreten Falles in Ostafrika die Möglichkeiten lokaler Konfliktregelung ("Borana-Lösung"). Im Anschluß beschreibt er Vor- und Nachteile einer globalen Konfliktregelung durch die Vereinten Nationen. Überlegungen zu einer konstruktiven Bearbeitung von Umweltkonflikten und zu Faktoren einer "Welt-Umweltordnung" schließen den Beitrag. (rk)

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[60-L] Barandat, Jörg (Hrsg.):

Wasser - Konfrontation oder Kooperation: ökologische Aspekte von Sicherheit am Beispiel eines weltweit begehrten Rohstoffs, (Demokratie, Sicherheit, Frieden, 109), Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1997, 438 S., ISBN: 3-7890-4829-1

INHALT: Angesichts der steigenden Weltbevölkerung ist in einigen Regionen die Knappheit von vitalen Lebensgrundstoffen immer öfter Ursache von Konflikten. In diesem Band wird anhand von Analysen der Verhältnisse in den am stärksten betroffenen Weltgegenden diese Problematik am Beispiel der Wasserknappheit dargestellt. Inhaltsverzeichnis: I. Geowissenschaftliche Grundinformationen: Wolfhard Ediger: Wasser als natürlicher Rohstoff (27-52). II. Wasser - Regionaler Konfliktstoff weltweiter Bedeutung. Basins und Regionalpolitik: Jordan: Margret Johanssen: Das Konfliktkonglomerat im Jordanbecken (55-94); Stephan Libiszewski: Wasserkonflikte im Jordan-Becken: Auf dem Weg zu einer Lösung im Rahmen des arabisch-israelischen Friedensprozesses? (95-133); Jochen Renger: Hindernisse und Perspektiven für die wasserpolitische Kooperation der Anrainer des Jordanbeckens (134-142). Euphrat und Tigris: Bülent Güven: Die Türkei - eine Republik vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte (143-157); Jörg Barandat: Die Türkei in der Wasserfalle (158-181); Waltina Scheumann: Verhandlungen über wasserbauliche Maßnahmen an grenzüberschreitenden Flußsystemen: Optimum an Nutzungsvorteilen und gerechte Verteilung der Kosten (182-191). Aralsee: Stefanie Babst: Das Konfliktkonglomerat in Zentralasien (192-208); Stefan Klötzli: Das 'Aralsee-Syndrom' in Zentralasien: Hindernis oder Chance regionaler Kooperation? (209-233). Weitere Basins: Rene Klaff: Der Induswasserkonflikt - Ansätze einer pragmatischen Wasserpolitik in der Konfliktregion Südasien (234-262); Manuel Schiffler: Konflikte um den Nil oder Konflikte am Nil? (263-276). III. Internationales Wasserrecht und dessen Umsetzung: Hans-Joachim Heintze: Wasser und Völkerrecht (279-297); Anne Schulte-Wülwer-Leidig / Koos Wieriks: Grenzüberschreitender Gewässerschutz am Rhein. Entwicklung eines ganzheitlichen, nachhaltigen Gewässerschutzes in internationaler Kooperation (298-315); Günther-Michael Knopp / Dietrich Pfündl: Deutschlands und Europas Erfahrungen in der Nutzung grenzüberschreitender Gewässer - dargestellt am Beispiel der Donau (316-329). IV. Ökologie, Ökonomie und Sicherheit: Roland Scherer: Wasser als Grenze - Kooperation statt Konfrontation: Einige grundsätzliche Anmerkungen zur grenzüberschreitenden Umweltpolitik (333-367); Axel Michaelowa: Klimaveränderung und internationale Klimapolitik - Implikationen für eine globale Ressourcenpolitik im Wassersektor (368-378); Hans-Joachim Gießmann: Die ökologische Dimension von Sicherheit (379-409). (ZPol, NOMOS)

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[61-L] Linneweber, Volker:

Psychologische und gesellschaftliche Dimensionen globaler Klimaänderungen, in: Karl-Heinz Erdmann <Hrsg.>: Internationaler Naturschutz, Berlin: Springer 1997, S. 117-143, ISBN: 3-540-62432-5 (Standort: Dt. Zentralbibl. f. Landbauwiss. Bonn(5)-978-3054)

INHALT: Ausgehend von den Merkmalen anthropogener Umweltveränderungen und Überlegungen zu ihren Wirkungen auf soziale Systeme werden psychologische Überlegungen angestellt, die den konflikthaften Unmgang mit der Problematik zeigen. Die Spezifika der Merkmale selbst (Komplexität, Multidimensionalität, Unschärfe) tragen dazu bei, daß positionsspezifische Perzeptionen und Akzentuierungen vorgenommen werden. Die Bemühungen um die Realisierung eines "Erdsystemmanagements" und die Definition "gerechter" Nutzungsvorschriften sind wesentlich konflikthaft: "Nur dann, wenn die involvierten Akteure die Relativität ihrer eigenen Perspektive und systematische Unterschiede zur Perspektive anderer involvierter Akteure... als ein dem Gegenstand 'globaler Wandel' inhärentes Merkmal anerkennen, ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für ein erfolgreiches 'Erdsystemmanagement' gegeben." (pra)

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[62-L] Scheffran, Jürgen; Vogt, Wolfgang R. (Hrsg.):

Kampf um die Natur: Umweltzerstörung und die Lösung ökologischer Konflikte, (Inter-disziplinäres Fachgespräch "Frieden durch nachhaltige Entwicklung? Nachhaltige Entwicklung durch Frieden?", 1996, Mülheim an der Ruhr), Darmstadt: Wissenschaftl. Buchges. 1998, 304 S., ISBN: 3-89678-082-4 (Standort: UB Bonn(5)-99-3428)

INHALT: "Müssen sich die Menschen damit abfinden, daß durch Umweltzerstörungen, durch die Knappheit von Wasser und Energien immer mehr Konfliktherde entstehen, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führen? Die Autoren dieses Sammelbandes glauben trotz aller Schreckensszenarien an die Lösbarkeit sozioökologischer Konflikte. Sie beschreiben existierende ökologisch verursachte Krisenerscheinungen wie die Flüchtlingsströme in Afrika, die Streitigkeiten um Wasserreserven im Nahen Osten und den gesellschaftlichen Preis für die Nutzung der Kernenergie. Auf die Diagnose folgen engagierte und profunde Plädoyers z.B. für eine bessere Energiepolitik, für einen anderen Naturbegriff, für lokales ökologisches Handeln. Diese vielfältigen Lösungsansätze für eine nachhaltige Entwicklung werden durch neuere Theoriemodelle über den Zusammenhang von Umwelt und Frieden ergänzt und abgerundet." (Autorenreferat). Inhaltsverzeichnis: Jürgen Scheffran, Wolfgang R. Vogt: Globale Krise, Umweltkonflikte und nachhaltiger Frieden (10-20). I. Diagnosen zur Analyse sozio-ökologischer Konflikte: Manuel Schiffler: Wasserkonflikte im Nahen Osten (23-41); Roland E. Richter: Umweltflüchtlinge in Afrika (42-73); Dirk Ipsen, Sven O. Brückmann: Nachhaltigkeit und Konflikte am Beispiel fossiler Energieträger (74-87); Edda Müller, Christian Fronczak: Globale Klimapolitik: Interessen, Strategien, Akteure (88-110); Martin B. Kalinowski: Wie friedlich und nachhaltig ist die Kernenergie? (111-130); Mohssen Massarrat: Wem gehört die Natur? Weltwirtschaftsordnung, Ressourcenverteilungskonflikte und nachhaltige Entwicklung (131-142); Götz Neuneck: Globale Krisen, das Militär und die Umwelt (143-160); Knut Krusewitz: Militär gefährdet die nachhaltige Regionalentwicklung (161-175). II. Therapien zur Lösung sozio-ökologischer Konflikte: Wolfgang Liebert: Die Ambivalenz von Wissenschaft und Technik (179-195); Manfred Fischedick: Zielkonflikte in der Energiepolitik (196-208); Simone Probst: Handlungsblockaden in der Energiepolitik überwinden (209-216); Hartwig Spitzer: Nachhaltige Entwicklung und Frieden (217-227); Ulrike Kronfeld-Goharani: Ökologie von unten - von der globalen auf die regionale Ebene (228-245). III. Theorien zur Analyse sozio-ökologischer Konflikte: Wolfgang Bender: Erhaltung und Entfaltung - Leitbilder für Frieden und nachhaltige Entwicklung (249-266); Hans Jürgen Fischbeck: Shalom - Visionen vom Frieden (267-274); Lothar Brock: Frieden durch nachhaltige Entwicklung - eine konkretisierungsbedürftige Utopie (275-290); Jürgen Scheffran: Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung des Friedens (291-301).

 

 


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