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4 Das kranke Klima: Szenarien, Diagnosen & Therapien

[51-F] Binder, Manfred, Dipl.-Pol. (Bearbeitung); Jänicke, Martin, Prof.Dr. (Leitung):

Referenzwerte für Energieverbrauch und Kohlendioxid-Emissionen von Ländern als methodische Grundlage zur Konzipierung international vergleichbarer Reduktionsziele

INHALT: Das Projekt soll Indikatoren entwickeln, die auf methodisch fundierte, transparente und politisch konsensfähige Weise in der internationalen Klimaschutzdiskussion zu Differenzierungen zwischen den Industriestaaten beitragen können. Diese Indikatoren sollen sowohl hinsichtlich der deskriptiven (Verifikation, Monitoring), der normativen (Reduktionsziele) und der instrumentellen (Joint Implementation, Zertifikate) Dimension solcher Differenzierungen anwendbar sein. Zu diesem Zweck ist es nötig: 1. komplexe Erklärungsmodelle für Energiebedarf und Emissionsniveau zu diskutieren und auf handhabbare Schlüsselvariablen (Indikatorensystem) zu reduzieren; 2. die Datenlage für verläßliche internationale Vergleiche zu evaluieren; 3. Kriterien, Ziel- und Interessenkonflikte bei der internationalen Koordination und Klimaschutzpolitiken transparent zu machen und; 4. darauf aufbauend verschiedene Vorschläge zur Entwicklung von Referenzwerten zu entwickeln. Besonderes Augenmerk soll dabei gelegt werden auf: 1. eine adäquate Behandlung internationalen Verflechtungen (v.a. der internationalen Arbeitsteilung in Form des Außenhandels); 2. die Entwicklung pragmatischer Hilfsindikatoren bei lückenhaften, unzuverlässigen oder nur unzureichend vergleichbaren Daten; 3. absehbare und mögliche Änderungen in der Ausgangssituation der betrachteten Länder und im wissenschaftlichen Erkenntnisstand in für den Klimaschutz relevanten Zeiträumen und dementsprechend zu entwickelnde Vorschläge zur Flexibilisierung und Weiterentwicklung des angestrebten Indikatorensystems. GEOGRAPHISCHER RAUM: Industriestaaten

ART: Auftragsforschung BEGINN: 199607 ENDE: 199806 AUFTRAGGEBER: Öko-Institut e.V. Büro Berlin FINANZIERER: Auftraggeber

INSTITUTION: Freie Universität Berlin, FB Politische Wissenschaft, Institut für Innenpolitik und Systemvergleich WE 03 Forschungsstelle Umweltpolitik (Ihnestraße 22, D-14195 Berlin)

KONTAKT: Bearbeiter (Tel. 030-838-5099, e-mail: mbinder@zedat.fu-berlin.de)

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[52-L] Heinsohn, Gunnar:

Anfang und Ende des Klimawahns, in: Leviathan, Jg. 24/1996, H. 4, S. 445-455 (Standort: UuStB Köln(38)-XG01679; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: Eine verbreitete Sicht im ökologischen Diskurs ist, daß die Weltbevölkerungszunahme die Emission von Kohlendioxyd hochtreiben, dadurch die Erdtemperatur aufheizen, die Pole auftauen, Millionen Quadratmeter Ackerland überfluten, die Wüsten vergrößern und die Wälder verwüsten werde. Dieser Prozeß werde sämtliche Rohstoffe verknappen und militärische Konflikte um ihre Verteilung provozieren. Es vervielfachen sich die Kriege, wenn die nicht erneuerbaren Ressourcen schwinden. Die Schreckensmeldungen über eine klimabedingte "Ausbreitung der Wüste" lassen sich - so das Fazit des vorliegenden Beitrags - in dieser Form nicht aufrechterhalten. Neuere Untersuchungen zeigen, daß dies ein Mythos ist. Von einem konstanten Wachstum kann nicht die Rede sein, die Sahara etwa weicht wieder zurück. Die Wüsten passen sich lediglich regelmäßigen klimatischen Schwankungen an. (ICE)

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[53-L] Krumm, Raimund:

Internationale Umweltpolitik: eine Analyse aus umweltökonomischer Sicht, Berlin: Springer 1996, XIV, 233 S., ISBN: 3-540-60551-7 (Standort: Bib. TH Aachen(82)-Cb1688)

INHALT: "Internationale Umweltprobleme sind in zunehmendem Maße Gegenstand der öffentlichen Diskussion. So ist beispielsweise zu befürchten, daß die übermäßige Emission von Treibhausgasen in die Atmosphäre mit spürbaren Klimaveränderungen verbunden ist, ohne daß sich die davon betroffenen Ökosysteme in adäquater Weise auf diese Entwicklung einstellen könnten (Stichwort 'Treibhauseffekt'). Ansätze zur Lösung solcher - durch sogenannte Globalschadstoffe (z.B. Kohlendioxid) verursachten - Umweltprobleme, die eine internationale umweltpolitische Kooperation voraussetzen, sind Gegenstand dieser Publikation. Die Untersuchung erfolgt aus umweltökonomischer Sicht und basiert auf diversen analytischen Szenarien, die unterschiedliche umweltpolitische Rahmenbedingungen abbilden." (Autorenreferat)

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[54-L] Schableger, Karl:

Statistische Analyse klimatologischer Zeitreihen, in: Historical Social Research, Vol. 21/1996, No. 3, S. 4-33 (Standort: UuStB Köln(38)-XG05183; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

INHALT: "Klima und Wetter werden durch eine Vielzahl von Merkmalen beschrieben; Regenmenge, Luftdruck, Ausmaß der Bevölkerung und nicht zuletzt die Lufttemperatur stellen die wichtigsten Größen dar." Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht die bodennahe Lufttemperatur der Stadt Wien, für die Meßwerte zwischen 1874 und 1993 ausgewertet werden. Der Autor gibt zunächst einen Überblick über die Klimaschwankungen im Verlauf der (Erd-) Geschichte. Auf der Basis der täglichen Temperaturwerte der Stadt Wien wird sodann der Frage nachgegangen, ob die Temperaturdaten als stellvertretendes Klimaelement hinsichtlich der Treibhaushypothese entsprechende Trends zeigen. Dabei wird zum einen geprüft, ob es eine Änderung in der Geschwindigkeit einer Erwärmung gibt und zum anderen, wie stark diese geänderten Trendraten ausfallen. Obwohl bei der Analyse der Temperaturschwankungen verschiedene, in der Forschung diskutierte, Modellbildungen angewendet werden, kann die populäre Behauptung, "das Wetter weise zunehmend Kapriolen auf", bezüglich des Klimaelements Temperatur nicht bestätigt werden. (ICD)

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[55-L] Schade, Diethard; Weimer-Jehle, Wolfgang:

Energieversorgung und Verringerung der CO2-Emission: Techniknutzung - Ressourcenschonung - Neue Lebensstile ; Pfade in die Zukunft in Abkehr von einer Fortschreibung der Vergangenheitstrends, Berlin: Springer 1996, 210 S., ISBN: 3-540-60497-9 (Standort: UB Bonn(5)-96-14408)

INHALT: Die Verfasser legen Arbeitsergebnisse des Projekts "Klimaverträgliche Energieversorgung in Baden-Württemberg" vor. Im Mittelpunkt des Projekts stehen vier Szenarien. Im Szenario A bleiben die CO2-Emissionen wie in der Vergangenheit in etwa auf heutigem Niveau. Die drei Alternativszenarien erreichen eine CO2-Reduktion durch jeweils unterschiedliche Kombination von Verhaltens- und Nachfrageänderungen mit Verbesserungen der CO2-Effizienz des Energiesystems durch den Einsatz veränderter Technologien. Szenario B nimmt keine Verhaltensänderungen gegenüber der Referenzentwicklung (Szenario A) an und erfordert einen schnellen Ausbau der Kernenergie. Szenario C enthält moderate Verhaltensänderungen und erlaubt das allmähliche Auslaufenlassen der Kernenergienutzung. Szenario D nimmt die Bereitschaft zum Verzicht auf Energiedienstleistungen und ausgeprägte Verhaltensänderungen an und ermöglicht die Erreichung der Reduktionsziele mit einer nur allmählichen Steigerung der CO2-Effizienz. Die Verfasser empfehlen, in der energiepolitischen Diskussion die Frage nach dem wünschenswerten und notwendigen Energiebedarf und den dafür bestehenden Deckungsmöglichkeiten stärker in den Vordergrund zu stellen. (ICE)

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[56-L] Wackernagel, Mathis; Rees, William:

Unser ökologischer Fußabdruck: wie der Mensch Einfluß auf die Umwelt nimmt, Basel: Birkhäuser 1997, 194 S., ISBN: 3-7643-5660-X

INHALT: Mit dem "ökologischen Fußabdruck" stellen die Verfasser ein Planungswerkzeug vor, das helfen soll, die Kritik an der Zukunftsfähigkeit unserer Lebensweise in gemeinsames Handeln umzusetzen. Das humanökologische Konzept des "ökologischen Fußabdrucks" mißt den Naturverbrauch des Menschen. Es schätzt die Energie- und Materialflüsse in einer Wirtschaftseinheit und rechnet sie um in Wasser- und Landflächen, die nötig sind, um diese Flüsse aufrechtzuerhalten. Das Konzept des "ökologischen Fußabdrucks" führt drei Ansätze zusammen: (1) Erhöhung der ökologischen Produktivität der Natur; (2) optimale Nutzung der natürlichen Ressourcen; (3) Verringerung des Individualkonsums. Der "ökologische Fußabdruck" bietet eine praktische und leicht nachvollziehbare Möglichkeit zur Berechnung von Nachhaltigkeit. (ICE2)

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[57-L] Weiß, Jens:

Auf der Suche nach einer Theorie der Umweltpolitik: die umweltpolitische Diskussion in Ökonomik, Soziologie und Politikwissenschaft, (IÖW-Schriftenreihe, 102/96), Berlin: 1996, 133 S., ISBN: 3-926930-99-3 (Standort: UuStB Köln(38)-12L9170; Graue Literatur)

INHALT: "Als die Umweltauswirkungen der Aktivitäten moderner Gesellschaften zu Beginn der siebziger Jahre ein politisch relevantes Thema wurden, standen die 'Grenzen des Wachstums' in Gestalt der extrapolierten Erschöpfung verschiedener Rohstoffe im Mittelpunkt der Diskussion. Die Dynamik der ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung in den kapitalistischen Metropolen wie in der Peripherie erwies sich allerdings schon bald in einer anderen Hinsicht als viel prekärer. Nicht das Ende der Rohstoffversorgung sondern die beschränkte Belastbarkeit der globalen Umweltsysteme und deren Beanspruchung durch anthropogene Nutzungen und Stoffeinträge werden heute als entscheidende ökologische Restriktionen thematisiert. Das Bewußtsein über diese Problemlage scheint in zunehmendem Maße Reaktionen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen zu induzieren. Zwar ist mit dieser Entwicklung keineswegs ein ernsthaftes Legitimationsproblem für die kapitalistische Form der Vergesellschaftung verbunden. Jedoch hat der Nationalstaat als dominierender politischer Akteur der letzten Jahrhunderte hinsichtlich der 'ökologischen Herausforderung' an Gestaltungskompetenz eingebüßt oder diese nie besessen. Aber auch Becks 'Selbstpolitisierung der Moderne' scheint bislang kaum die notwendigen politischen Kompetenzen entwickeln zu können und auf internationaler Ebene dürften kaum bessere Perspektiven für eine engagierte Umweltpolitik bestehen. In dieser Arbeit wird versucht, der Frage nachzugehen, welche Möglichkeiten der Reaktion auf bestimmte anthropogene Umweltveränderungen eine moderne kapitalistische Gesellschaft hat. Dazu sollen verschiedene Theorien, die das Verhältnis von Umwelt und Gesellschaft thematisieren, gesichtet werden. Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive erscheinen vor allem ökonomische, soziologische und politikwissenschaftliche Theorien als relevant. Selektiv sollen den Überlegungen außerdem Erkenntnisse der Ökologie zugeführt werden. Auf philosophische Diskussionen wird nur implizit Bezug genommen. Die ausgewählten Theoriezusammenhänge werden zunächst jeweils kurz skizziert und dann in ihrer Reichweite und ihrer Bedeutung für die reale Umweltpolitik eingeschätzt. Die Auswahl erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll lediglich einen ungefähren Überblick über die wichtigsten aktuellen Diskussion geben." (Textauszug)

 

 


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