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1 Das politisierte Klima: Klima-Politik

[1-L] Bär, Stefani:

Die Einflußmöglichkeiten von Umweltverbänden in den Politikprozessen der EU, (Swiss Papers on European Intergration, 3), Bern: Stämpfli 1996, 75 S., ISBN: 3-7272-1701-4 (Standort: UuStB Köln(38)-21A1210)

INHALT: "Verseuchte Meere und Flüsse, grenzüberschreitende Luftverschmutzung und globale Klimakatastrophen zeugen von der Notwendigkeit, gemeinsame internationale Strategien zur Bekämpfung der Zerstörung unseres Lebensraums zu finden. Die Europäische Gemeinschaft hat diese Herausforderung mit der Einführung einer gemeinschaftlichen Umweltpolitik aufgenommen. Der Erfolg einer gemeinsamen Umweltpolitik, der sich in tatsächlich reduzierten Schadstoffausstössen, in verringerter Umweltbelastung oder aber in Verhaltensänderungen bei den Menschen feststellen läßt, ist von vielen verschiedenen Akteuren und Faktoren abhängig. Im Gegensatz zu den gigantischen Industrievertretungen wurde hierbei den Umweltverbänden auf EG-Ebene bisher wenig Beachtung geschenkt. In dieser Arbeit sollen die Umweltverbände herausgegriffen und daraufhin überprüft werden, welchen Beitrag sie zum Erfolg der gemeinschaftlichen Umweltpolitik leisten können. Vorgegebene Bedingung für umweltverbandliches Handeln auf europäischer Ebene sind die im EG-Vertrag festgelegten Ziele und Grundsätze der europäischen Umweltpolitik. Die Steuerungsfähigkeit der EU ist der Handlungsrahmen, innerhalb dessen umweltverbandliches Handeln anzusetzen hat. Wie können die Umweltverbände dazu beitragen diese vorgegebenen Bedingungen zur größtmöglichen Effektivität, zu einer wirksamen grenzüberschreitenden Umweltpolitik erwachsen zu lassen? Die Umweltverbände haben in der Phase der Politikformulierung vor allem politische Instrumente um auf Prozesse Einfluß nehmen zu können. Formale rechtliche Beteiligung wird ihnen in diesem Bereich nicht zugestanden. Dennoch existieren einige Kontaktpunkte, die die Umweltverbände zur Durchsetzung des Umweltschutzinteresses nützen können. Fraglich ist jedoch, ob die Struktur der Umweltverbände geeignet ist, die vorhandenen Möglichkeiten effektiv zu nutzen. 10 Millionen Menschen sind europaweit Mitglieder von Umweltorganisationen' und in Deutschland wird weit über die Hälfte der Umweltgesetze von Brüssel initiiert, deshalb ist es um so erstaunlicher, daß dort kaum mehr als ein Dutzend Personen zugegen sind, um die Interessen von Millionen von Mitmenschen zu vertreten. Zeigt sich hiernach, daß ein Interesse um so schwerer zu organisieren ist, je allgemeiner es ist und je kleiner die direkten Vorteile für die Organisationsmitglieder sind, oder zeigt sich hieran, daß Umweltverbände den Zug der Zeit verpaßt haben um auf eine 'Europäisierung' des Umweltverbandswesens umzustellen? Hauptproblem europäischer Umweltpolitik ist die unzureichende Implementierung von umweltrechtlichen Maßnahmen. Chancen einer einheitlichen effektiven Umweltpolitk werden durch dieses Vollzugsdefizit verspielt. Die vorhandenen Kontrollinstrumente der Kommission und die rechtlichen Einflußmöglichkeiten der Umweltverbände in der Phase der Implementierung von umweltrechtlichen Maßnahmen reichen nicht aus, um diesen Mißstand zu beheben. Um die Ziele und Grundsätze der europäischen Umweltpolitk verwirklichen zu können, muß der Schwerpunkt der Tätigkeit auf die Kontrolle der Umsetzung gelegt werden. Hier ist zu prüfen, inwieweit durch die Einführung einer Verbandsklage zum Abbau des Vollzugsdefizits im Umweltrecht beigetragen werden könnte." (Autorenreferat)

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[2-L] Barz, Wolfgang; Brinkmann, Bernd; Furgert, Franz (Hrsg.):

Globale Umweltveränderungen: Symposium am 17. und 18. Juni 1996 in Münster, (Vorträge und Studien / Zentrum für Umweltforschung der Universität Münster, H. 7), (Sym-posium "Globale Umweltveränderungen", 1996, Münster), Landsberg am Lech: ecomed 1997, VII, 299 S., ISBN: 3-609-68230-2 (Standort: UB Münster(6)-3F21376)

INHALT: "Globale Umweltveränderungen stehen seit einigen Jahren auf der Agenda von Politik und Öffentlichkeit. Spätestens seit der Weltkonferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 gehören Begriffe wie Global Change, Klimawandel, 'Ozonloch', Treibhauseffekt oder Artensterben zum festen Repertoire der nationalen und internationalen Umweltdebatte. Die Berliner Konferenz zur Klimakonvention im Frühjahr 1995 hat jedoch einmal mehr deutlich gemacht, welche Barrieren zu überwinden sind, um den anthropogenen Umweltveränderungen möglichst rasch und erfolgversprechend entgegensteuern zu können. Die miteinander verflochtenen naturräumlichen und sozioökonomischen Folgewirkungen globaler Umweltveränderungen verbieten isolierte fachwissenschaftliche Betrachtungen. Vielmehr sind interdisziplinäre Zugänge unverzichtbar, um der immensen Komplexität der Problematik in angemessener Weise Rechnung zu tragen. Das in diesem Band dokumentierte Symposium des Zentrums für Umweltforschung hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, die neueren globalen Entwicklungstrends aus natur- wie gesellschaftswissenschaftlicher Perspektive zu präsentieren und in einen fächerübergreifenden Zusammenhang zu stellen. Hierzu wurden prominente Fachwissenschaftler und Experten aus der Bundesrepublik eingeladen, die zu den führenden Vertretern ihres jeweiligen Forschungsbereichs gehören." (Autorenreferat)

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[3-F] Bechmann, Gotthard; Beck, Silke, M.A.; Frederichs, Günther, Dipl.-Math.; Krings, B.-J., M.A.; Sardemann, G., Dipl.-Meteorol. (Bearbeitung); Kopfmüller, Jürgen, Dipl.-Volksw. (Leitung):

Sozioökonomische Ursachen und Folgen von Klimaänderungen in norddeutschen Küstengebieten. Analyse von Forschungs- und Handlungsbedarf

INHALT: Die Untersuchung wurde vom BMBF im Rahmen des Verbundvorhabens "Klima und Küste" in Auftrag gegeben, das 1993 vom BMBF gemeinsam mit den norddeutschen Küstenländern eingerichtet worden ist. Es sollte untersucht werden, auf welche Weise der Forschungsleitplan des Verbundvorhabens, der vorwiegend aus naturwissenschaftlicher Sicht konzipiert worden war, im Hinblick auf "sozio-ökonomische" Forschungsfragen ergänzt werden kann. 1. Als Ausgangsproblem wurde das typische Dilemma staatlicher Vorsorge gegen mögliche Gefahren gesehen, die nicht gewiß sind. Diese generelle Problematik erfährt im Hinblick auf einen möglichen Klimawandel spezifische Verschärfungen, wobei für die sozialwissenschaftliche Forschung vor allem der Aspekt wichtig ist, daß die Problematik zwar von wissenschaftlicher Seite auf die politische Agenda gebracht wird, daß aber wesentliche Fragen nicht beantwortet werden können. 2. Anhand dieser Problemformulierung wurden gegenüber dem Forschungsleitplan zwei Akzentverschiebungen vorgenommen: Erstens wird das Problem der Unsicherheit stärker in den Mittelpunkt gestellt. Zweitens wird eine gewisse Globalisierung der Perspektive vorgenommen, indem die Fragen zur norddeutschen Küste an die nationale und internationale Perspektive angebunden werden. 3. Eine Bestandsaufnahme der Arbeiten zum Klimawandel in Psychologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Ökonomie führte zu folgenden Beobachtungen: In allen Disziplinen leiten sich die Methoden und Ansätze aus der Umwelt- bzw. aus der Risikoforschung ab. Eine eigenständige Klimaforschung hat sich also in diesen klassischen sozialwissenschaftlichen Disziplinen bisher nicht herausgebildet. Die Bearbeitung des Themas ist zum einen stark disziplinär orientiert und zum anderen inhaltlich wie in den Methoden zwischen den Disziplinen sehr heterogen. Es gibt also kaum Ansätze zu Interdisziplinarität. Zweitens folgt daraus, daß der Horizont möglicher sozialwissenschaftlicher Fragen zur Klimathematik sehr weit ist, so daß der Eindruck einer gewissen Beliebigkeit entsteht. Bezogen auf die Zahl der Projekte wie auch in bezug auf den politischen Einfluß dominiert eindeutig die Ökonomie. GEOGRAPHISCHER RAUM: die fünf norddeutschen Küstenländer

METHODE: Vor dem Hintergrund dieser Bestandsaufnahmen wurden anhand der einschlägigen Literatur für das weitere Vorgehen fünf Themenschwerpunkte gewählt, die in pragmatischer Weise für die Generierung und für die Einordnung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen zur Klimaproblematik verwendet werden können. Ihre Relevanz und Vollständigkeit wurde in Interviews mit Schlüsselpersonen der deutschen Klimadebatte geprüft. Die Themenschwerpunkte sind: Die Forschung zur Identifikation gesellschaftlicher Klimasensibilitäten ("Sensibilitätsforschung"). In der internationalen Sensibilitätsforschung der 90er Jahre wird sichtbar, worin eine wesentliche Aufgabe der Sozialwissenschaften liegen kann: In der wissenschaftlichen Reflexion von Konflikt- und Konsenspotentialen in einer von Unsicherheit geprägten Klimakommunikation in Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik. Die Rolle der Wissenschaft in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Klimaproblematik. Die Beobachtungen in der Sensibilitätsforschung werden von der heutigen Wissenschaftsforschung bestätigt und mit dem Begriff der "problemorientierten Forschung" in einen größeren Zusammenhang gestellt. Unter anderem ergibt sich die Anknüpfung an die methodologische Fragestellung des wissenschaftlichen Umgangs mit Unsicherheit: Das Prognoseproblem, das Problem der Interdisziplinarität und das Problem des Expertenstreits. Die gesellschaftliche Wahrnehmung und Meinungsbildung in bezug auf einen möglichen Klimawandel. Hier werden auf der einen Seite die Möglichkeiten und Grenzen traditioneller sozialwissenschaftlicher Ansätze, wie der Umfrage- und Medienforschung, angesprochen; auf der anderen Seite der Kampf um die Definitionsmacht zwischen Politik und Wissenschaft beim "agenda setting" der jeweils aktuellen politischen und wissenschaftlichen Fragestellungen. Die Analyse akuter und potentieller Konflikte. Gerade am Beispiel des Klimawandels zeigt sich, daß Konflikte ein Motor gesellschaftlicher Meinungsbildung sind und in großem Umfang die gesellschaftliche Thematisierung eines Klimawandels in ihren Bann ziehen. Es werden Akteure, Interessen und zentrale Themen sowohl bei sich verschärfenden bestehenden als auch bei möglicherweise neu entstehenden Konflikten auf nationaler und internationaler Ebene beschrieben. Die Konzipierung, Umsetzung und Evaluation klimapolitischer Handlungsstrategien. Hier wird anhand der Fragen zum Strategieeinsatz, Belastungsverteilung, Zeitplanung sowie anhand einer Diskussion von Umsetzungs-Instrumenten deutlich gemacht, daß dieser Themenkomplex den Endpunkt eines gesellschaftlichen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesses und zugleich auch wieder den Ausgangspunkt neuer Konflikte markiert.. DATENGEWINNUNG: Offene Erhebung, Expertengespräch (Vertreter aus natur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen, Planungs- und Verwaltungsinstitutionen; Auswahlverfahren: Quota) . Primärerhebung: Feldarbeit von Mitarbeitern des Projektes durchgeführt; Datenerstellung auf der Basis von bereits vorliegenden Materialien wie Texten, Akten, Statistiken. AUSWERTUNG: entfällt.

ART: Auftragsforschung BEGINN: 199401 ENDE: 199503 AUFTRAGGEBER: Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt e.V. -DLR- Projektträger Umweltsystemforschung FINANZIERER: Auftraggeber

INSTITUTION: Forschungszentrum Karlsruhe GmbH Technik und Umwelt Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse -ITAS- (3640, D-76021 Karlsruhe)

KONTAKT: Leiter (Tel. 07247-824570)

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[4-L] Biermann, Frank; Simonis, Udo Ernst:

Institutionelles Lernen in der Weltumweltpolitik, (Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Technik - Arbeit - Umwelt, Forschungsprofessur Umweltpolitik, 98-404), Berlin: 1998, 27 S. (Standort: UuStB Köln(38)-981102658; Graue Literatur)

Forschungsbericht/Nummer: FS2 98-404

INHALT: Auf dem "Erdgipfel" 1992 in Rio de Janeiro bekannten sich Vertreter fast aller Industrie- und Entwicklungsländer zu dem Ziel, "eine neue und gerechte globale Partnerschaft aufzubauen". Dieses Leitmotiv findet sich in vielen Umweltabkommen der jüngsten Zeit, in der Klimarahmenkonvention ebenso wie in der Biodiversitätskonvention und in der Konvention zur Verhütung der Desertifikation. Diese Abkommen enthalten neue Grundsätze und Instrumente der internationalen Regimebildung, insbesondere das Prinzip der "gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung" aller Staaten in Nord und Süd, aber auch neue Arten der Entscheidungsfindung und neue Verfahren der Erfüllungskontrolle. Die Diffusion einmal entwickelter Grundsätze und Instrumente in andere Umweltregime läßt sich als eine Form des "Lernens" des internationalen Institutionensystems bezeichnen. In diesem Beitrag werden, vom Beispiel der Ozonpolitik ausgehend, die Auswirkungen dieses Lernprozesses auf die Klimapolitik, die Biodiversitätspolitik und die Globale Umweltfazilität dargestellt. (HH)

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[5-L] Borsch, Peter; Hake, Jürgen-Friedrich (Hrsg.):

Klimaschutz: eine globale Herausforderung, Stuttgart: Verl. Bonn Aktuell 1998, 318 S., ISBN: 3-87959-536-4

INHALT: Die Autoren des Bandes sind bzw. waren Mitarbeiter des Forschungszentrums Jülich. Inhaltsverzeichnis: Werner Kirstein: Das Klima der Erde und seine Änderungen in der Vergangenheit (13-41); Christian Holzapfel: Strahlungsbilanz und Klimamodelle (42-70); Gerhard H. Schleser: Einfluß erhöhter atmosphärischer Kohlendioxid-Gehalte auf Pflanzen und Pflanzengesellschaften (71-117); Peter Borsch / Jürgen-Friedrich Hake: Treibhauseffekt und Energieversorgung (118-172); Manfred Kleemann / Peter Markewitz: Technikspezifische Konzepte und Maßnahmen zum Klimaschutz Deutschland (173-210); Wilhelm Kuckshinrichs: Gesamtwirtschaftliche Aspekte der CO2-Minderung (211-242); Wolfgang Fischer / Petra Holtrup: Erfolge und Defizite der internationalen Klimaschutzpolitik (243-292); Hans-Peter Peters / Marion Sippel: Der Treibhauseffekt als journalistische Herausforderung (293-316). (ZPol, NOMOS)

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[6-L] Brauch, Hans Günter:

Energiepolitik im Zeichen der Klimapolitik beim Übergang zum 21. Jahrhundert, in: Hans Günter Brauch <Hrsg.>: Energiepolitik: technische Entwicklung, politische Strategien, Hand-lungskonzepte zu erneuerbaren Energien und zur rationellen Energienutzung, Berlin: Springer 1997, S. 1-24, ISBN: 3-540-61759-0 (Standort: Bib. TH Aachen(82)-Db1992)

INHALT: Der Verfasser unterstreicht einleitend die Notwendigkeit des Übergangs vom fossilen industriellen Zeitalter zu einem zweiten postindustriellen solaren Zeitalter. Vor dem Hintergrund der historischen Grundlagen der Energiepolitik und der Behandlung energiepolitischer Themen in der Politikwissenschaft wird ein Überblick über die Energiepolitik als Politikfeld der Innen- und Außenpolitik sowie der internationalen Politik gegeben. Im folgenden werden energiestatistische Daten für die Bundesrepublik Deutschland vorgelegt sowie Prinzipien und Phasen deutscher Energiepolitik herausgearbeitet. Es schließen sich Energieprognosen für das 21. Jahrhundert sowie Überlegungen zur Bedeutung erneuerbarer Energien in Energieszenarien für die EU und die Bundesrepublik Deutschland an. Die Darstellung mündet in einer zusammenfassenden Darstellung von Energiepolitik im Spannungsfeld von Energienachfrage und Klimaschutz. Den Abschluß bildet ein Ausblick auf Konzeption und Struktur des vom Verfasser herausgegebenen Studienbuches zur Energiepolitik, den der vorliegende Aufsatz einleitet. (ICE)

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[7-L] Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. -BUND-; Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V. (Hrsg.):

Zukunftsfähiges Deutschland: ein Beitrag zu einer global nachhaltigen Entwicklung, Basel: Birkhäuser 1997, 466 S., ISBN: 3-7643-5711-8

INHALT: Die Studie will einen Beitrag dazu leisten, der Zukunftsdiskussion ihre ökonomische Schlagseite zu nehmen. Ausgehend vom Konzept des Umweltraumes, welches das jedem Land unter Berücksichtigung globaler Verteilungsgerechtigkeit und ökologischer Verträglichkeit dauerhaft zustehende Maß an Naturnutzung bestimmt, werden zunächst konkrete Umweltziele formuliert und dabei Reduktionsziele für Energie, Rohstoff und Schadstoffemission festgesetzt. Gefordert wird z.B. die Reduzierung des fossilen Brennstoffverbrauches um ein Viertel bis zum Jahr 2010 und um 80-90Prozent bis 2050, um die weltweit notwendige Halbierung des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Derartige qualitative Ziele zeigen jedoch noch nicht die Mittel und Wege zu ihrer Erreichung. Diese werden im Kernstück der Studie dargestellt, in den acht Leitbildern für einen zukunftsfähigen Wohlstand. Dazu gehören die Regionalisierung der Markwirtschaft und der Produktionsprozesse, eine Regeneration von Land und Landwirtschaft und insbesondere das Finden neuer Maße für Raum, Zeit und Lebensqualität. 23 "Wende-Szenen" beschreiben beispielhaft und konkret das Wie des notwendigen Wandels. Zusammenfassend skizziert werden die notwendigen Veränderungen für die Bereiche Energie, Industrie, Verkehr sowie Land- und Forstwirtschaft. Die AutorInnen beschließen ihre Studie - in gewisser Weise Gegenargumente vorwegnehmend - mit Vorschlägen dazu, wie die ökologischen Reformen mit arbeits-, wirtschafts-, sozial- und politischen Innovationen zu verbinden wären. (IAB2)

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[8-L] Dolzer, Rudolf:

Verkehrswesen und Klimapolitik in der dritten Welt: zugleich ein allgemeiner Beitrag zur internationalen Klimapolitik, (R. v. Decker's rechts- und sozialwissenschaftliche Abhandlungen, Bd. 68), Heidelberg: v. Decker 1998, XI, 190 S., ISBN: 3-7685-2897-9 (Standort: UB Bonn(5)-98-7426)

INHALT: "Führende Wissenschaftler sind 1995 in einem weltweit organisierten Gremium zu dem Ergebnis gekommen, daß sich die Erde seit etwa 100 Jahren erwärmt, und daß diese Änderung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Treibhausgase zurückgeht, für deren Emission menschliches Handeln ursächlich ist. Eine Fortsetzung dieses Trends hätte weitreichende globale Auswirkungen etwa auf das Gesundheitswesen, auf die Häufigkeit extremer Wettererscheinungen, auf die Ernährungssituation und die Artenvielfalt. Die meisten Staaten haben vor diesem Hintergrund die Rahmenkonvention zum Schutz des Klimas ratifiziert: dieser Vertrag zielt auf die internationale Zusammenarbeit zur Bekämpfung des befürchteten Treibhauseffekts. Obwohl alle Bereiche der Wirtschaft zum Ausstoß von Treibhausgasen - insbesondere dem C02 - beitragen, zeichnet sich derzeit ab, daß der Transportsektor künftig für mehr Emissionen verantwortlich sein dürfte als jeder andere Bereich. Die vorliegende Studie zeigt Handlungsfelder einer verkehrsbezogenen Politik zum Schutz des Klimas in der dritten Welt auf und legt Maßnahmen für ein Schutzprogramm dar. Die Dringlichkeit erster Schritte in der dritten Welt in diese Richtung ergibt sich daraus, daß die Entwicklung neuer Komponenten des Verkehrssystems noch weit länger als ein Jahrzehnt in Anspruch nimmt. Je früher Weichen für ein nachhaltiges Verkehrswesen gestellt werden, desto leichter fallen später die erforderlichen Anstrengungen zum Schutze des Klimas." (Autorenreferat)

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[9-L] Engels, Anita; Weingart, Peter:

Die Politisierung des Klimas: zur Entstehung von anthropogenem Klimawandel als politischem Handlungsfeld, in: hrsg. von Petra Hiller u. Georg Krücken: Risiko und Regulierung: soziologische Beiträge zu Technikkontrolle und präventiver Umweltpolitik, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1997, S. 90-115, ISBN: 3-518-28917-9

INHALT: Im Mittelpunkt des Beitrages stehen die Schritte "Thematisierung" und "Politisierung" des Klimawandels als Prozesse im Vorfeld politischer Regulierung. In diesem Zusammenhang erläutern die Autoren ihre These, daß Thematisierung und Politisierung von Klimawandel in erster Linie von der Wissenschaft ausging und erst mit Verzögerung von den Massenmedien und den Umweltverbänden übernommen wurde. Die Politisierung erfolgte über den Mechanismus der Anthropogenisierung: Erst dadurch, daß der Mensch Prozesse auslöst, die das globale Klima verändern, wird Klima selbst zu einem im Prinzip regulierbaren Gegenstand politischen Handelns. Nachdem die Verfasser diesen Zusammenhang hergestellt haben, wenden sie sich drei Phasen der Thematisierung des Risikos Klimawandel zu: (1) Der Katastrophenwarnung durch die Deutsche Physikalische Gesellschaft 1986; (2) der wissenschaftlichen Fundierung der Risikoeinschätzung durch die Klima-Enquetekommissionen seit 1987: (3) der Diversifizierung der wissenschaftlichen Politikberatung im Hinblick auf politische Regulierung seit 1995. Abschließend weisen die Autoren darauf hin, daß in der Bundesrepublik bisher noch keine umfassende Regulierungsstrategie in Bezug auf den anthropogenen Klimawandel entwickelt worden ist. (ICC)

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[10-L] Kopfmüller, Jürgen; Coenen, Reinhard (Hrsg.):

Risiko Klima: der Treibhauseffekt als Herausforderung für Wissenschaft und Politik, (Ver-öffentlichungen des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Bd. 4), Frankfurt am Main: Campus Verl. 1997, 325 S., ISBN: 3-593-35742-9

INHALT: "In diesem Buch geht es um die wissenschaftliche, politische und öffentliche Behandlung der Klimathematik: Wie ist das Verhältnis zwischen natur- und sozialwissenschaftlichen Forschungsansätzen? Wie ist es um die Validität unterschiedlicher Klimamodelle bestellt? Wie wird der anthropogene Anteil des Treibhauseffekts debattiert? Welche Probleme wirft die Klimarahmenkonvention auf? Welche Handlungsfelder und -strategien könnten Gegenstand einer bundesdeutschen Klimapolitik im nationalstaatlichen Rahmen sein?" (Autorenreferat). Das Sammelwerk enthält folgende Einzelbeiträge: 1) Beeinflussung des globalen Klimas durch den Menschen: Historische Entwicklung und Stand des Wissens zum anthropogenen Treibhauseffekt; 2) Zum Verhältnis von Natur- und Sozialwissenschaften in der Klimawirkungsforschung; 3) Zur gesellschaftlichen Wahrnehmung des anthropogenen Klimawandels und seiner möglichen Folgen; 4) Die internationale Klimapolitik und die Klimarahmenkonvention; 5) CO2-Minderung in Deutschland: Nationale Aufgaben und Handlungsfelder; 6) Die internationale Dimension der Klimaproblematik: Perspektiven für Politik und Wissenschaft.

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[11-F] Krück, Carsten, Dr.; Borchers, Jutta, Dipl.-Soz. (Bearbeitung); Weingart, Peter, Prof.Dr. (Leitung):

Climate change research and its integration into environmental policy-making

INHALT: Profile nationaler Klimaforschung und Klimapolitik in Deutschland, Schweden, den Niederlanden und Großbritannien; kulturelle und institutionelle Besonderheiten beim Zugriff auf das Problem des Klimawandels; Vergleich nationaler Profile; Untersuchung der Klimaforschung und Klimapolitik der EU. GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland, Niederlande, Schweden, Großbritannien

METHODE: Theorie: Wissenschaftssoziologie; Methode: Experteninterviews, Dokumentenanalyse, Bibliometrie, Medienanalyse. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen; Aktenanalyse, offen. Qualitatives Interview. Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts.

VERÖFFENTLICHUNGEN: Miller, Clark; Edwards, Paul (Eds.): Changing the atmosphere. MIT Press 1998. ARBEITSPAPIERE: Borchers, Jutta; Dresen, Leen; Elzinga, Aant; Krück, Carsten; Kwa, Chunglin; Nolin, Jan; Shackley, Simon; Weingart, Peter; Wynne, Brian: EU Project "Climate change research and its integration into environmental policy: conditions for the establishment of a European climate region" (CIRCITER). Progress Report. IWT Paper, 18. Bielefeld: Univ. Bielefeld, Institut f. Wissenschafts- und Technikforschung 1997.

ART: Auftragsforschung BEGINN: 199604 ENDE: 199810 AUFTRAGGEBER: Europäische Kommission, Generaldirektion 12 Wissenschaft, Forschung und Entwicklung FINANZIERER: Auftraggeber

INSTITUTION: Universität Bielefeld, Institut für Wissenschafts- und Technikforschung -IWT- (100131, D-33501 Bielefeld)

KONTAKT: Krück, Carsten (Tel. 0521-106-4342; e-mail: carsten.krueck@post.uni-bielefeld.de)

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[12-F] Kux, Stephan (Leitung):

The international framework and the domestic bases of Switzerland's climate policy in the alpine region

INHALT: Die Verkehrspolitik ist eines der herausragendsten Beispiele für die grossen politischen Wechselwirkungen zwischen der Schweiz und der EU. Ob Alleingang, bilaterale Verträge oder EWR/ EU-Mitgliedschaft, in jedem Fall beeinflusst die EU die schweizerische Verkehrspolitik sehr wesentlich. Ziel dieses Projektes ist es, das Verständnis für die heutigen und mögliche künftige Wechselwirkungen zu verbessern. Leitfragen: Welches sind die Wechselwirkungen zwischen schweizerischer und europäischer Verkehrspolitik, ihren Akteuren, Prozessen und Institutionen? Welche Einflussmöglichkeiten hat die Schweiz, beispielsweise im Vergleich zu Österreich? Welche Entwicklungsperspektiven ergeben sich, insbesondere im Hinblick auf den alpenquerenden Verkehr? Welcher rechtliche und politische Handlungsspielraum besteht für die Schweiz in verschiedenen Integrationsszenarien, namentlich für einen möglichen Alleingang resp. eine Vorreiterrolle? Welche verkehrspolitischen Strategien für die Schweiz lassen sich daraus ableiten?

METHODE: Im Projekt werden politologische und rechtliche Analysemethoden verwendet (Bestandesaufnahme mit Länderfallstudien, Analyse von Akteurnetzwerken und Policy Cycles).

ART: gefördert BEGINN: 199601 ENDE: 199812 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung

INSTITUTION: Europainstitut an der Universität (Gellerstr. 27, CH-4020 Basel)

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[13-L] Müller-Kraenner, Sascha; Knospe, Christiane:

Klimapolitik: Handlungsstrategien zum Schutz der Erdatmosphäre, Basel: Birkhäuser 1996, 240 S., ISBN: 3-7643-5419-4

INHALT: Klimaschutz ist eine zentrale Umweltschutzaufgabe, die nur global bewältigt werden kann und eng mit anderen Problemen (Bevölkerungsexplosion, Armut usw.) zusammenhängt. Dies bedeutet jedoch nicht, daß keine nationalen Maßnahmen durchgeführt werden sollten - im Gegenteil: Die Autorin und der Autor fordern, daß Deutschland, das überdurchschnittlich stark zum Treibhauseffekt beiträgt, aufgrund seines hohen finanziellen und technischen Potentials sowie des hohen Umweltbewußtseins seiner Bevölkerung eine Vorreiterrolle in der Klimapolitik einnehmen sollte. Sie erläutern in allgemein verständlicher Form für Deutschland, die Europäische Union und im internationalen Zusammenhang, warum welche Maßnahmen im Interesse des Klimaschutzes ergriffen werden sollten, welche als ungeeignet erscheinen und welche Argumente die Kritik der Gegner dieser Maßnahmen entkräften können. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, realistische und politisch durchsetzbare Forderungen zu entwickeln. Inhaltsverzeichnis: I. Deutschland: 1. Klimapolitik in Deutschland; 2. Der grüne und der graue Weg - die Wirtschaft und der Klimaschutz; 3. Neue Koalitionen in der Gesellschaft. II. Europa: 4. Die Klimapolitik in der Europäischen Union; 5. Der Fall Energiesteuer; 6. Osteuropa vor der Entscheidung. III. International: 7. Die Wachstumsökonomien Asiens - Klimadrache oder Sündenbock; 8. Feuer machen verboten - können sich Entwicklungsländer Klimaschutz leisten?; 9. Klimapolitik gegen den American Way of Life; 10. Von Rio über Berlin nach Kyoto - die UN-Klimakonvention. (ZPol, NOMOS)

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[14-L] Petersen, Rudolf:

Verkehrspolitik im Treibhaus Erde, in: Sozialwissenschaftliche Informationen, Jg. 25/1996, H. 4, S. 274-281

INHALT: "Die Atmosphäre der Erde dient als 'Müllhalde' für ein unüberschaubares Gemisch an anthropogenen Gasen, deren Auswirkungen auf das Klimagleichgewicht erst seit wenigen Jahren zunehmend ernst genommen werden. Vor allem die Emission von Kohlendioxid (CO2), die unvermeidlich mit der Verbrennung fossiler Energieträger wie Erdöl, Kohle und Erdgas einhergeht, verstärkt den Treibhauseffekt unkalkulierbar. Das CO2-Problem könnte zum wesentlichen begrenzenden Element der langfristigen fossilen Energienutzung und damit auch der langfristigen Verkehrsentwicklung werden." (Autorenreferat)

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[15-L] Redclift, Michael R.; Skea, James F.:

Globale Umweltveränderungen: Der Beitrag der Sozialwissenschaften, in: hrsg. von Andreas Diekmann u. Carlo C. Jaeger: Umweltsoziologie, Opladen: Westdt. Verl. 1996, S. 380-389, ISBN: 3-531-12688-1

INHALT: "Forschungen über globale Unweltprobleme (GEC: Global Environmental Change) haben versucht, politische Maßnahmen zu beeinflussen und zu kritisieren. In Großbritannien haben sie auch dazu geführt, die Sozialwissenschaften zu verändern, indem sie diese dazu gedrängt haben, Nachhaltigkeit als wichtige Dimension allen sozialen und wirtschaftlichen Handelns zu berücksichtigen. Der Aufsatz erörtert einige Lehren, die wir aus dem britischen GEC-Programm gezogen haben. Eine Vielzahl von Untersuchungen über die ökologische Tragweite konkreter Verhaltensweisen, Technologien und Institutionen in Großbritannien und in verschiedenen Entwicklungsländern betont die Bedeutung sozialer Werte für die heutigen Umweltprobleme. Es scheint wenig aussichtsreich, das Ziel einer nachhaltigen Entwicklung aufgrund eben der Werte, welche zu diesen Problemen geführt haben, erreichen zu wollen. Und es ist fragwürdig, neue Werte definieren zu wollen, ohne die Menschen einzubeziehen, welche von globalen und lokalen Umweltproblemen betroffen sind. Angesichts eines modernistischen Fortschrittsglaubens erfordert nachhaltige Entwicklung eine Vision einer alternativen Zukunft." (Autorenreferat)

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[16-L] Simonis, Udo Ernst; Suplie, Jessica:

Weltumweltpolitik: Einführung und Bibliographie, (Papers / Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Forschungsschwerpunkt Technik - Arbeit - Umwelt, Forschungsprofessur Umweltpolitik, 96-408), Berlin: 1996, 55 S. (Standort: UuStB Köln(38)-971102501; Graue Literatur)

Forschungsbericht/Nummer: FS2 96-408

INHALT: Von Weltinnenpolitik war schon früher die Rede, auch wenn es sie in striktem Sinne nie gab - von Weltumweltpolitik dagegen noch nicht. Dabei stehen globale Umweltprobleme spätestens seit der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992, dem "Erdgipfel", auf der politischen Tagesordnung. Internationale Regime zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht, des Klimas, der biologischen Vielfalt und vor Wüstenausbreitung wurden vereinbart (Montrealer Protokoll, Klimarahmenkonvention, Biodiversitätskonvention, Wüstenkonvention), die Seerechtskonvention trat in Kraft, während entsprechende Vereinbarungen für andere gravierende Umweltprobleme - wie Bodendegradation, Waldzerstörung, Wasserknappheit und Wasserverschmutzung - noch ausstehen. Dieser Beitrag führt in das komplexe neue Politikfeld der Weltumweltpolitik ein und wird durch eine umfassende Bibliographie untermauert. Ein Buch, das auf diesen beiden Elementen aufbaut, umfaßt fünfzehn Kapitel, in denen mit Fallstudien über die Problembereiche Klima, Biodiversität, Böden, Süßwasser, Meere sowie internationaler Handel die ökologischen, ökonomischen und juristischen Aspekte einer Weltumweltpolitik vertiefend analysiert werden. (HH)

 

 


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