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3 Polen

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[127-L] Berding, Helmut (Hrsg.):
Studien zur Entwicklung des kollektiven Bewußtseins in der Neuzeit: 3: Mythos und Nation, (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft, 1246), Frankfurt am Main: Suhrkamp 1996, 331 S., ISBN: 3-518-28846-6 (Standort: StB Hamm(229)-14557)

Inhalt: "Woher bezieht die nationale Idee ihre Erneuerungskraft und ihr Beharrungsvermögen? Worin liegen die Integrations- und Mobilisierungsfähigkeit nationaler Ideologien begründet? Warum scheint das nationale Prinzip allen anderen Ordnungsprinzipien des sozialen Zusammenlebens überlegen zu sein? Diese aus der gegenwärtigen politischen Situation erwachsende Problemstellung rückt den politischen Mythos ins Blickfeld. Zwischen ihm und der nationalen Idee scheint ein besonders enger Zusammenhang zu bestehen. Der vorliegende Band geht den mythenhaften Konstruktionen und dem Wandel nationaler Ideen nach. Die den Band eröffnenden Beiträge widmen sich zeitlich übergreifenden Zusammenhängen und systematischen Fragen der Mythenkonstruktion. Ihnen folgen Fallstudien, die sich mit konkreten nationalen Mythen im Europa der Neuzeit befassen. Von England, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz wendet sich der Blick über Frankreich und Belgien nach Spanien, Deutschland und Polen. Der letzte Abschnitt über Nation und Mythos im 20. Jahrhundert schlägt einen weiten Bogen von extremen Formen des nationalistischen Anfangs in der Bundesrepublik und den Identitätsproblemen im nachkolonialen Afrika." (Autorenreferat)

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[128-L] Bingen, Dieter:
Die Polenpolitik der Bonner Republik von Adenauer bis Kohl 1949-1991, (Schriftenreihe des Bundesinstituts für ostwissenschaftliche und internationale Studien, Köln, Bd. 33), Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1998, XIII, 379 S., ISBN: 3-7890-5156-X

Inhalt: "Fünfzig Jahre nach der Wiederherstellung - nunmehr doppelter - deutscher Staatlichkeit und wenige Jahre nach der Begründung von freundschaftlichen Beziehungen zwischen dem vereinigten Deutschland und dem demokratischen Polen drängt sich die Frage nach Grundmustern bundesdeutscher Polenpolitik auf. In kaum einer anderen Beziehung sind moralische und interessenpolitische Fragen so eng miteinander verwoben. Gab es ein Leitmotiv, das von der ersten Regierung Adenauer bis zur Regierung Kohl/Genscher das Regierungshandeln gegenüber dem östlichen Nachbarn unverändert beeinflußte? Welche neuen Kontinuitätslinien wurden von der jungen Bonner Republik entwickelt, die auch noch im 'Völkerfrühling' 1989 und im deutschen Vereinigungsprozeß Gültigkeit besaßen? Welchen Einfluß hatte das Polenbild der Kanzler auf die praktische Politik? Die Studie sucht Antworten auf die Fragen nach den Charakteristika der einzelnen Phasen Bonner Polenpolitik. Die Akteure und Strukturen der Bonner Entscheidungszentren, die Einflüsse von gesellschaftlichen und politischen Gruppeninteressen, innenpolitische Motive und Rücksichten und das sich verändernde internationale Umfeld werden als Hintergründe für die Passivität der Bundesregierung in den ersten Jahren und für die zunehmende polenpolitische Bewegung seit den sechziger Jahren analysiert." (Autorenreferat)

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[129-L] Cziomer, Erhard:
Polen auf dem Wege zur EU-Mitgliedschaft, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 7/1997, H. 1, S. 21-32

Inhalt: In seinem zusammenfassenden Beitrag informiert der Autor über die polnischen Bestrebungen für eine zukünftige Mitgliedschaft in der EU. (1) Die Unterstützung des Transformationsprozesses in Polen durch die EU seit 1991 hat zur Folge gehabt, daß sich Polens Angleichungspolitik mit dem Ziel der Erfüllung der Aufnahmekriterien beschleunigt hat. (2) Die geplante Reform der EU 1997/98 ist eine notwendige Voraussetzung für die Aufnahme der Beitrittskandidaten aus dem mittelosteuropäischen Raum. Der Verfasser vermutet, daß im Falle von Beitritten das Modell der differenzierten Integration dem der abgestuften Integration vorgezogen wird. (3) Polen wird bei zukünftigen Beitrittsverhandlungen die Strategie der schnellen EU-Mitgliedschaft mit langen Übergangszeiten verfolgen, um sich damit günstige Rahmenbedingungen für die Weiterführung des polnischen Transformationsprozesses zu verschaffen. (4) Die Fortsetzung der innerpolnischen Reformpolitik ist unabdingbare Voraussetzung für einen Beitritt des Landes zur EU. (5) Der Autor geht "bei realistischer Betrachtungsweise" davon aus, daß eine Vollmitgliedschaft Polens erst zwischen 2003 und 2010 verwirklicht sein wird. (ICC2)

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[130-L] Doliesen, Gerhard:
Der Umgang der deutschen und der polnischen Gesellschaft mit der Vertreibung, in: Deutsche Studien, Jg. 32/1995, H. 126/127, S. 105-110 (Standort: UuStB Köln(38)-XA65; FES Bonn(Bo133)-X1155; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

Inhalt: Der Beitrag führt in das Thema "Umgang der Deutschen und der Polen mit der Vertreibung" ein. Chronologisch wird dargestellt, wie in der Bundesrepublik mit diesem Thema umgegangen wurde und in welchem Verhältnis es zu der jeweiligen aktuellen Politik stand, etwa in der Zeit des Kalten Krieges in den 60er Jahren, während der Phase der Entspannungspolitik in den 70er Jahren und nach dem Zusammenbruch des Ostblocks. Entsprechend werden verschiedene Phasen in der Geschichtsschreibung in Polen konstatiert. Eine Zäsur wird mit dem Einsetzen der Phase der demokratischen Entwicklung Anfang der 80er Jahre beobachtet. Ziel der Beiträge ist ein neuer, gemeinsamer Dialog von deutschen und polnischen Wissenschaftlern zur Aufarbeitung der Vertreibung. (ICA)

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[131-F] Eißel, Dieter, Prof.Dr. (Leitung):
Kommunales Umweltmanagement

Inhalt: Die Hauptziele sind die Entwicklung eines Teilcurriculums in den Bereichen Kommunal- und Umweltpolitik für das sozialwissenschaftliche Studium in Lodz (Polen), sowie in einem Mobilitätsprogramm für polnische Studierende. Das Projekt erfogt in Zusammenarbeit der Universität Gießen mit Wissenschaftlern der britischen Universität Loughborough, der polnischen Universität Lodz und Behörden der Umweltpolitik in Deutschland, Großbritannien und Polen. Projektträger: Kommission der Europäischen Union TEMPUS-Programm EU.

Art: gefördert BEGINN: 199212 ENDE: 199612 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Kommission der Europäischen Gemeinschaften

Institution: Universität Gießen, FB 03 Gesellschaftswissenschaften, Institut für Politikwissenschaft (Karl-Glöckner-Straße 21 E, D-35394 Gießen)

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[132-L] Feldmann, Eva; Gareis, Sven Bernhard:
Nach der NATO-Öffnung: wie setzt Polen den Stabilitätstransfer nach Osteuropa fort?, (AIK-Texte, 1/97), Strausberg: 1996, 26 S. (Standort: UuStB Köln(38)-980106099; Graue Literatur)

Inhalt: "Mit der Öffnung der NATO geht für Polen der Wunsch in Erfüllung, seine historisch prekäre Situation in einer sicherheitspolitischen Grauzone mit der Eingebundenheit in ein stabiles Kooperationssystem seiner freien Wahl zu tauschen. Doch kommt mit der NATO-Mitgliedschaft auch die Verpflichtung auf Polen zu, durch intensive Kooperation mit seinen östlichen Nachbarn aktiv zur Fortsetzung des europäischen Stabilisierungsprozesses beizutragen. Das vorliegende Papier analysiert die polnischen Bemühungen um eine Politik des regionalen Ausgleiches in Osteuropa." (Autorenreferat)

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[133-L] Feldmann, Eva; Gareis, Sven Bernhard:
Polens Rolle in der NATO: zur Bedeutung externer Hilfen bei der Stabilisierung Osteuropas, in: Zeitschrift für Politikwissenschaft, Jg. 8/1998, H. 3, S. 983-1003

Inhalt: "Mit der beschlossenen Aufnahme Polens, Tschechiens und Ungarns in die NATO ist eine wichtige Entscheidung für die Fortsetzung des Prozesses zur Schaffung einer umfassenden europäischen Sicherheitsordnung getroffen worden. Durch die Integration neuer Mitglieder wird versucht, den europäischen Stabilitätsraum schrittweise auszudenken, die Kooperation mit den osteuropäischen Partnern zu intensivieren und die NATO zum zentralen Stabilitätsanker in Europa zu entwickeln. In diesem Rahmen werden den neuen NATO-Mitgliedern wichtige Funktionen als Bindeglied zwischen den westlichen Institutionen und den sich transformierenden Kooperationspartnern in Osteuropa zufallen. Am Beispiel Polens kann gezeigt werden, wie sich externe Transformationshilfen im sicherheits- und verteidigungspolitischen Bereich produktiv auf die Fähigkeit der neuen NATO-Mitglieder auswirken, an der Stabilisierung Osteuropas mitzuwirken." (Autorenreferat)

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[134-F] Grimm, Frank-Dieter, Dr.; Rößner, Thomas, Dr. (Bearbeitung):
Gegenwärtige Strukturen und künftige Entwicklungsperspektiven der mitteleuropäischen West-Ost-Achse Sachsen - Schlesien - Südostpolen - Westukraine (Leipzig/ Halle - Dresden - Breslau - Krakau - Lemberg)

Inhalt: Die Untersuchung soll dazu dienen, die räumlichen Strukturen der West-Ost-Achse international vergleichbar zu erfassen und hinsichtlich der ihr innewohnenden Entwicklungspotentiale - unter besonderer Berücksichtigung der Interessenlage des Freistaates Sachsen - einzuschätzen und zu bewerten. Dabei sollen a) besonders die Wirtschaftsbeziehungen (incl. Banken, Handel und Tourismus), kulturelle sowie Wirtschaftskooperationen, b) die Verkehrs- und Informationsströme (Schiene, Straße, Telekommunikation etc.) als Rückgrad der West-Ost-Achse und c) die an ihr liegenden Wirtschafts- und Siedlungsregionen als das wirtschaftliche Umfeld der Verkehrsachse umfassend charakterisiert und beurteilt werden. Die Ergebnisse der Forschungen sollen in einer Studie mit ausführlichen kartographischen Unterlagen dargestellt werden, die zu Folgerungen für die künftige Raumordnung und Regionalpolitik führen können. GEOGRAPHISCHER RAUM: West-Ost-Achse: Sachsen, Schlesien, Südostpolen, Westukraine (Leipzig/ Halle, Dresden, Breslau, Krakau, Lemberg)

Methode: Vorrangig werden die zwischenstaatlichen bzw. überregionalen Verbindungen und die innerregionalen Erschließungen bzw. Erreichbarkeiten der Zentren der West-Ost-Achse und die Bevölkerungspotentiale der zuordenbaren Regionen ermittelt. Eine wichtige Rolle innerhalb der Forschungen spielt der Verkehrsbereich, wo eine Erfassung der Leistungsfähigkeit und Auslastung der Trassen vorgesehen ist. Aufwendige Erhebungen sind im Bereich der Wirtschaft, ihrer Standorte und Potentiale sowie bei der Abschätzung und Voraussage künftiger Entwicklungen erforderlich. Dazu sind Untersuchungen direkt vor Ort in den jeweiligen Regionalzentren bzw. Forschungseinrichtungen notwendig. Die Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit mit polnischen und ukrainischen Partnern.

Art: gefördert BEGINN: 199505 ENDE: 199704 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Land Freistaat Sachsen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Institution: Institut für Länderkunde e.V. (Schongauerstraße 9, D-04329 Leipzig)

Kontakt: Institution (Tel. 0341-255-6553)

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[135-F] Henry, J., Prof.Dr.; Ners, K., Dr. (Bearbeitung); Elsenhans, Hartmut, Prof.Dr. (Lei-tung):
Osterweiterung versus Süderweiterung: Probleme des Zusammenwirkens zwischen Frankreich, Deutschland und Polen bei der Definition der Außenbeziehungen der Europäischen Gemeinschaft

Inhalt: Zwar gibt es für die französische Position eines Vorrangs der Süderweiterung keine ökonomisch durchschlagenden Gründe, doch kann Deutschland seine Präferenz für die Osterweiterung nur zur Politik der Europäischen Union machen, wenn dabei in der Europäischen Architektur eine Aufwertung Frankreichs respektiert wird, weil die ostmitteleuropäischen Länder nur unter dieser Voraussetzung zur wachsenden Zentralität Deutschlands innerhalb einer dann erweiterten Europäischen Union beizutragen bereit sind. Im Rahmen eines High Level Expert-Kolloquiums im Januar 1997 wurden verschiedenen theoretischen Positionen konfrontiert und Strategien für die weitere Forschung definiert.

Methode: keine Angaben DATENGEWINNUNG: Aktenanalyse, offen.

Veröffentlichungen: Elsenhans, H.: A balanced European architecture. Enlargement of the EU to Central Europe and the Mediterranean. Une architecture europeenne equilibree/ L'ouverture vers l'Europe centrale et la Mediterranee. Paris: Publisud 1999.

Art: gefördert BEGINN: 199601 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Robert Bosch Stiftung GmbH; Friedrich-Ebert-Stiftung; Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

Institution: Universität Leipzig, Fak. für Sozialwissenschaften und Philosophie, Institut für Politikwissenschaft (Burgstraße 21, D-04109 Leipzig)

Kontakt: Institution (Tel. 0341-973-5630)

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[136-L] Henschel, Thomas R. (Hrsg.):
Mobilität ist mehr als Reisen: die Einstellungen der jungen Generation in Polen und Deutschland zu einer Schlüsselqualifikation, (Schriftenreihe der Forschungsgruppe Jugend und Europa, Bd. 5), Bonn: Europa Union Verl. 1995, 106 S., ISBN: 3-7713-0513-6 (Standort: UB Bonn(5)-97-2939)

Inhalt: "Mobilität - eine Qualifikation, die im zusammenwachsenden Europa einen immer wichtigeren Platz einnimmt, ist für die junge Generation in Polen und Deutschland noch längst nicht zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Zu unterschiedlich sind bisher die Voraussetzungen, mit denen die Jugendlichen in Ost und West konfrontiert sind. Während Vertreter der jungen Generation in Polen von den Freiheiten des Binnenmarktes noch weit entfernt sind, ist grenzenlose Mobilität innerhalb Europas für die Jugendlichen im vereinten Deutschland inzwischen zur Realität geworden. Trotzdem bleibt für viele nach wie vor die heimatliche Region der wichtigste Bezugsrahmen. Die Forschungsgruppe Jugend und Europa im Centrum für Angewandte Politikforschung (C-A-P), das Europa-Haus Leipzig und das West-Institut Poznan/Polen haben die Einstellungen der jungen Generation zu Mobilität unter die Lupe genommen. Dabei bedeutet Mobilität nicht nur Reisen, sondern auch die Bereitschaft, andere Kulturen und Denkweisen kennenzulernen und diese in seinen eigenen Lebensentwurf miteinzubeziehen. Die Autoren dieser vergleichenden Studie, die in Mainz, Leipzig und Poznan durchgeführt wurde, finden bei den Jugendlichen Toleranz und Akzeptanz des Andersdenkenden, aber auch Verhaftetsein in alten Strukturen und Denkweisen." (Autorenreferat)

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[137-L] Jakubowicz, Karol:
Den Westen unterbieten - der landeseigene Weg: Polen, in: veröff. von der Generaldirektion X, Direktorat D der Europäischen Kommission und der Generaldirektion IA, Direktorat B der Europäischen Kommission: Die Entwicklung der audiovisuellen Medienlandschaft in Mitteleuropa seit 1989, Berlin: Vistas Verl. 1997, S. 56-88, ISBN: 3-89158-188-2 (Standort: Bibl. TH Aachen(82)-RD7310)

Inhalt: Der Bericht zur Entwicklung und dem gegenwärtigen Stand des audiovisuellen Sektors in Polen ist wie die übrigen Länderberichte in vier Abschnitte unterteilt: (1) bestehende Rechtsgrundlage für den Fernseh- und Filmsektor, (2) strukturelle Veränderungen des Fernsehens und der Fernsehproduktion sowie im Bereich Filmproduktion und Filmvertrieb, (3) Marktsituation und Trends, Zuschauerverhalten und (4) Schlußfolgerungen. Mit reichhaltigem Datenmaterial belegt, zeigt der Bericht, daß in fast allen Bereichen der audiovisuellen Medien schnelles Wachstum zu beobachten ist. Durch den protektionistischen Rechtsrahmen für das Rundfunkwesen, unterstützt durch eine Lizenzpolitik, die verhindert hatte, daß ausländische Anbieter den kommerziellen Rundfunk dominieren, sind sowohl das öffentlich-rechtliche Polnische Fernsehen als auch der private Kanal POLSAT in guter wirtschaftlicher Lage. Die Bedeutung und der Einfluß der protektionistischen Politik werden in dem Maße verschwinden, wie sich die Integration in internationale Organisationen beschleunigt. "Dies wird ein wirklicher Test der Stärke und Fähigkeit des polnischen audiovisuellen Sektors." (PT)

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[138-L] Körber, Esther-Beate:
Die kulturelle Perspektive: Brennpunkte deutsch-polnischer Wahrnehmungen in der Frühen Neuzeit, in: Erbring, Lutz <Hrsg.>: Kommunikationsraum Europa, Konstanz: Ölschläger 1995, S. 386-395, ISBN: 3-88295-225-3

Inhalt: "Wahrnehmung und Stereotype aus der frühen Neuzeit beeinflussen noch immer die geläufigen Bilder des Nachbarn in Europa." Ausgehend von der aktuellen Relevanz dieser These wird das in Deutschland vermittelte Polenbild der frühen Neuzeit anhand von vier historischen Ereignissen (König Stephan Bathory vor Danzig 1577; König Johann III. Sobieski vor Wien 1683; Thorner Blutgericht 1724; Erste Polnische Teilung 1772) im Hinblick auf einen Zusammenhang zwischen dem Polenbild deutscher Publizisten und ihrer Vorstellung von Europa untersucht. Im Untersuchungszeitraum änderte sich das Polenbild signifikant in Abhängigkeit von der Europa-Vorstellung. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde Europa religiös als Gemeinschaft der christlichen Völker und Staaten interpretiert, wozu Polen unverzichtbar gehörte. Im 18. Jahrhundert wurde Europa machtpolitisch definiert und Polen wurde nicht als eine europäische Macht anerkannt, auf die Rücksicht zu nehmen sei. Ein Konzept von Europa diente nach Osten der Abgrenzung und Ausschließung. Dies gilt auch heute noch, wo "Europa" mit "Westeuropa" gleichgesetzt wird und "die Vorstellung einer gemeinsamen politischen Kultur, die auf Menschenrechten, Parteipluralismus und Marktwirtschaft beruht", beschreibt.(UN)

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[139-F] Löbbecke, Peter, Dipl.-Päd.; Beier, Antje, Dipl.-Päd.; Sjymanska, Dorbta, Dipl.-Päd. (Bearbeitung); Griese, Hartmut M., Prof.Dr.phil.habil. (Leitung):
Europa - Bilder, Visionen, Lernimpulse

Inhalt: Wir beschäftigen uns mit den Bildern und Visionen, Hoffnungen, Ängsten, Meinungen und Einstellungen der Menschen in Ost und West, soweit sie das Thema "Europa" betreffen. Außerdem wollen wir fragen, inwieweit eine (subjektiv) empfundene Betroffenheit zum Auslösen von europabezogenen Lernprozessen geworden ist, bzw. ob Lernen in bezug auf Europa in der Vergangenheit in irgendeiner Form stattgefunden hat. Außerdem berücksichtigen wir die Zukunftsperspektive: Welche Visionen haben die Menschen für das Europa im Jahr 2000? Dabei setzen wir einen internationalen Vergleich ein: Gibt es bezüglich der oben angedeuteten Fragestellungen Unterschiede bei den Menschen in Ost- und Westeuropa, oder stimmen sie hinsichtlich ihrer Auffassungen über Europa eher überein? Woher kommen mögliche Unterschiede? Wie entstehen "Bilder" allgemein? Theoretisch-methodisch vergleichbare Untersuchungen sollen in Lodz/ Polen vorgenommen werden. GEOGRAPHISCHER RAUM: Hannover, Lodz/ Polen

Methode: Das Projekt erfolgt in Koopertation mit der Universität Lodz in Polen. Theoretischer Ansatz: Die Studie fußt auf Erkenntnissen der Wissenssoziologie (Schütz, Berger, Luckmann). Forschungsmethodisch sollen Leitfaden-Interviews, Gruppendiskussionen und - neu - die Zukunftswerkstatt (als Forschungsmethode) eingesetzt werden. Bisher wurden 2 Zukunftswerkstätten mit polnischen Schülern und Studenten zum Thema "Europa" durchgeführt. Untersuchungsdesign: Querschnitt. DATENGEWINNUNG: Gruppendiskussion (Stichprobe: 1; deutsche Studenten; Auswahlverfahren: Zufall). Qualitatives Interview (Stichprobe: 1; Europa-Politikerin -Dipl.-Päd.-). Zukunftswerkstatt (Stichprobe: 1; Studenten aus Polen und Deutschland; Auswahlverfahren: Zufall). Feldarbeit durch Mitarbeiter/-innen des Projekts. AUSWERTUNG: entfällt.

Veröffentlichungen: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Forschungsantrag, ca. 80 S. +++Interview mit ehem. Abgeordneten des EP.+++Griese, H.M.; Löbbecke, P.: Die Zukunftswerkstatt. 1994, 7 S.+++Dies.: Die Gruppendiskussion. 7 S.+++Dubas, E.; Griese, H.M. (Hrsg.): Europa als Thema qualitativ-pädagogische Forschung. Ergebnisse eines polnisch-deutschen Kooperationsprojektes. Entwurf für eine Buch-Publikation.+++Griese, H.M.: "The earth is just a land and we have to learn to live in it". Ein Experten-Interview zum Thema "Europa ..." mit einer Diplom-Pädagogin und ehemaligen EUROPA-Abgeordneten.

Art: Eigenprojekt BEGINN: 199405 ENDE: 199711 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler

Institution: Universität Hannover, FB Erziehungswissenschaften, Institut für Psychologie und Soziologie in den Erziehungswissenschaften Abt. Soziologie und Empirische Sozialforschung (Bismarckstr. 2, D-30173 Hannover)

Kontakt: Leiter (Tel. 0511-807-8543)

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[140-L] Madajczyk, Piotr:
Die Aus- und Umsiedlung der Deutschen aus Polen nach 1945: historisch-politische Probleme und Forschungsperspektiven, in: Deutsche Studien, Jg. 32/1995, H. 126/127, S. 235-241 (Standort: UuStB Köln(38)-XA65; FES Bonn (Bo133)-X1155; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

Inhalt: Das Jahr 1989 eröffnete den polnischen Wissenschaftlern nicht nur neue Möglichkeiten, es stellte sie gleichzeitig auch vor neue Herausforderungen. Zu dem Bereich der deutsch-polnischen Beziehungen, der bis dato als ein Tabu in der geschichtswissenschaftlichen Forschung galt, gehörte die Aus- und Umsiedlung der Deutschen aus Polen in den ersten Jahren nach 1945. Einige der Probleme, mit denen sich die polnischen Historiker bei ihrer Erforschung der deutsch-polnischen Beziehungen auseinandersetzen mußten, werden erläutert. Aus polnischer Sicht werden die Themen aufgezeigt, die es im Zusammenhang mit der Zwangsaussiedlung der Deutschen heute noch aufzuarbeiten gilt. Angesichts der politischen Veränderungen wird für ein deutsch-polnisches Forschungsprojekt zur gemeinsamen Erforschung des Schicksals der deutschen Bevölkerung in Polen plädiert. (ICA)

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[141-L] Müller-Graff, Peter-Christian; Stepniak, Andrzej (Hrsg.):
Poland and the European Union - between association and membership, (ECSA-Series, 4), Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges. 1997, 320 S., ISBN: 3-7890-4652-3

Inhalt: Der Sammelband ist Ergebnis einer Tagung des Forschungszentrums europäische Integration an der Universität Danzig im Oktober 1995. Themen der Veranstaltung bildeten die Identifizierung, Prüfung und Bewertung der Herausforderungen, die die Umsetzung des Assoziationsabkommens zwischen Polen und der Europäischen Union sowie ein möglicher EU-Beitritt Polens in Polen aufwerfen. Neben rechtspolitischen, finanziellen und währungspolitischen Fragen werden institutionelle und demokratische Probleme der Annäherung und Integration Polens ebenso angesprochen wie die Wirkungen auf einzelne Sektoren der polnischen Wirtschaft. Die Erweiterungsperspektive wird nicht nur von Osten, sondern auch von Westen her, also der EU selbst, kritisch analysiert. Dabei spielen Zeitpläne, Geschwindigkeiten und Perspektiven der Erweiterung eine wichtige Rolle. Die Länderstudie über Polen bietet somit ein Vexierbild der Integrationsproblematik zwischen der EU und Mittelosteuropa, das an einem spezifischen Beispiel die oftmals verstreut vorgetragenen Argumente des Für und Wider, der Chancen und Gefahren für Ost und West bündelt und insofern exemplarischen Charakter für die Erweiterungsdebatte besitzt. Aus dem Inhaltsverzeichnis: A. Approximation of Laws in the Central East European countries to the acquis communautaire of the European Union; B. Financial and Monetary Integration; C. Institutional Change and Democratic Evolution in a Widening Europe: Janusz Golebiowski: Social and political background of Poland's Integration with the European Union (91-106); Henryk Cwiklinski / Piotr Kuropatwinski: Institutional bottlenecks of Polish economic reform (107-116). D. Economic Adjustment to European Integration, Liberalization and Restructuring Issues; E. The Perspectives of an Enlargement of the European Union: Karol Blahut / Bozena Blahut: What is the way to Europe? The problems of EU enlargement (179-189); Leszek Jasinski: Poland and the EU enlargement in the period of European Integration (191-194); Grazyna Bernatowicz: Spanish European policy - lessons for Poland (195-198); Christian Weise: The perspectives of EU enlargement: transition periods and schedules. A view from inside the EU (199-202). F. The Impact of a Changing European Architecture on European Integration:: Malcolm Anderson: The frontiers of the European Union (205-213); Tamara Capeta: Multi-speeds Europe. Is there an alternative? (215-221); Miroslaw Jodko: International circumstances of Poland's participation prospects in European structures (The Russian problem) (221-224); Jan W. Owsinski: Integration versus socio-political gradients in space (225-231); G. The Impact of Transformation on the Agricultural Sector in Poland; H. Transformation and Integration in Europe: Luc D. Bernard: Perspectives on EU enlargement: which countries and when? An economic approach (277-285); Andrzej Stepniak / Anna Zielinska-Glebocka: Poland and the new Europe: the enlargement issue (287-300); Jan Willem Blankert: Poland's integration into the European Union: an Economic perspective (301-308); Krystyna Gawlikowska-Hueckel: Adjustment and cohesion. Selected problems of Polish economy in the light of the association with the European Union and enlargement (309-318). (ZPol, NOMOS)

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[142-F] Niewiadamowska-Frieling, Anna (Bearbeitung); Schwarz, Anna, Prof.Dr. (Betreuung):
Wahrnehmungen von Chancen und Risiken des EU-Beitritts Polens in ausgewählten Gruppen polnischer Eliten

Inhalt: Der bevorstehende Beitritt Polens zur Europäischen Union stellt sich als vorrangiges politisches Ziel der gegenwärtigen Regierung und des Präsidenten Polens dar und findet weitgehende Zustimmung auch in großen Teilen der Bevölkerung. Dennoch gibt es bestimmte politische Akteure (beispielsweise im Umfeld der Katholischen Kirche, aber auch der Bauernpartei), die diesem Beitrittsprozeß und seinem Tempo skeptisch gegenüberstehen. Insbesondere kann der Diskussionsprozeß in der polnischen Öffentlichkeit über denkbare Risiken und soziale Kosten dieses Beitritts zur EU sowie auch über Aspekte der politischen Kompetenzübertragung von der nationalen auf die europäische Ebene als erst am Anfang befindlich betrachtet werden. Hier wird den Medien künftig eine noch wachsende Rolle zukommen, wird dieser öffentliche Diskurs sehr stark von der Positionierung bestimmter opinion leader geprägt werden. Die Arbeit will mit Methoden der qualitativen soziologischen Forschung die Wahrnehmungen von Chancen und Risiken in ausgewählten Gruppen der polnischen Eliten in Politik, Klerus und Medien sowie deren politische bzw. mediale Umsetzung analysieren. GEOGRAPHISCHER RAUM: Polen

Art: Dissertation BEGINN: 199701 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: keine Angabe

Institution: Europa-Universität Viadrina, Fak. für Kulturwissenschaften, Professur für Vergleichende Politische Soziologie (Große Scharrnstraße 59, D-15207 Frankfurt an der Oder)

Kontakt: Betreuerin (Tel. 0335-5534-907)

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[143-L] Plonka, Beata:
Show-politics: pseudo-events on the European political scene, in: Communications, Vol. 23/1998, Nr. 2, S. 227-237 (Standort: UuStB Köln(38)-MXA00767; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

Inhalt: Der Beitrag befaßt sich mit einer breit angelegten Inhaltsanalyse englischer und polnischer Zeitschriften, wobei Boorstins Begriff der "Pseudoereignisse" als theoretischer Ausgangspunkt genommen wird. Bei der Beachtung, die in den untersuchten Medien Geschichten mit politischem Hintergrund und politisch handelnden Personen gewidmet wurde, wurden erhebliche Unterschiede festgestellt. Die Medien beider Länder spiegeln aber den Willen wider, ihre jeweiligen politischen Establishments häufig und positiv zu porträtieren. Die britische Presse tendiert dazu, die supranationale europäische Zusammenarbeit herunterzuspielen, während die Tendenz in der polnischen Presse dahin geht, den Wert der Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu betonen. (UNübers.)

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[144-L] Potthoff, Martin; Hirschmann, Kai (Hrsg.):
Die europäische Währungsunion - ein Testfall für die europäische Integration?, (Schriften-reihe zur neuen Sicherheitspolitik / Bundesakademie für Sicherheitspolitik, Bd. 14), Berlin: Ber-lin Verl. Spitz 1997, 178 S., ISBN: 3-87061-623-7 (Standort: UuStB Köln(38)-22A4743)

Inhalt: Das Sammelwerk enthält folgende Einzelbeiträge: 1) Ein Integrationsprojekt in der Diskussion: Ökonomische Mechanismen und politische Absichten; 2) Regional and Global Economic Integration as a Basis for Stability and Security: Experience and Prospects; 3) Die Europäische Integration als Modellfall? - Bestandsaufnahme und Handlungsfelder für die Zukunft; 4) Regierungskonferenz 1996 und Währungsunion: Chancen für Europa; 5) Das Ende der D-Mark? 6) Chancen und Risiken der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion; 7) Europäische Währungsunion a la Maastricht: Probleme der Zentralbankverfassung; 8) Die Glaubwürdigkeit des Projektes EWU als Raum einer stabilen Währung: Mögliche Reaktionen an den internationalen Finanzmärkten; 9) Die Europäische Währungsunion: Implikationen für Polen als zukünftiges EU-Mitglied; 10) Die Bildung einer Europäischen Währungsunion aus Sicht der deutschen Unternehmen; 11) Die Sicht der deutschen Kreditwirtschaft: Stabilitätspotentiale und Problembereiche der Europäischen Währungsunion; 12) Auf dem Weg zur Europäischen Währungsunion.

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[145-L] Puslecki, Zdzislaw:
Polish-German economic relations in the period of transition, in: Krzysztof Glass, Zdzislaw Puslecki, Barbara Serloth <Hg.>: Fremde - Nachbarn - Partner wider Willen?: Mitteleuropas alte/neue Stereotypen und Feindbilder, Wien: Österr. Ges. f. Mitteleurop. Studien 1995, S. 185-203, ISBN: 3-901449-53-1 (Standort: UB Bonn(5)-95-12710)

Inhalt: In Bezug auf die Wirtschaft ist Deutschland der wichtigste Partner Polens in der Europäischen Union. Da die Rolle des Außenhandels in der Zeit der Transformation außerordentlich bedeutend ist, sollten die wirtschaftlichen Beziehungen weiterentwickelt werden - auf der Grundlage gegenseitiger Vorteile. Handelsabkommen, Verkehrsabkommen, verbesserter Grenzverkehr erleichtern seitdem den Warenaustausch, "joint ventures", die Bildung einer deutsch-polnischen "Euroregion" sind ein weiterer Weg zur Verbesserung der gemeinsamen Wirtschaftskraft. Die Entwicklung der deutsch-polnischen wirtschaftlichen Kooperation wird Polen dabei helfen, seine Wirtschaft zu verbessern und Mitglied der EU zu werden. Die deutsche Regierung zeigt ihr Interesse an einer Unterstützung der polnischen Wirtschaftsintegration, die beiden Seiten Vorteile bringen wird. (ICB)

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[146-F] Räther, Ulrich, Dipl.-POl. (Bearbeitung); Schwarz, Anna, Prof.Dr. (Betreuung):
Auswärtige Kulturpolitik im Vergleich: Deutschland, Frankreich, Polen

Inhalt: Wie für die Außenpolitik der europäischen Staaten allgemein, so hat auch für die auswärtige Kulturpolitik aufgrund der epochalen Umwälzungen des vergangenen Jahrzehnts ein radikaler Paradigmenwechsel stattgefunden. Sowohl programmatisch ("Von der belehrenden Kultur zur Lernkultur") als auch finanziell (Entwicklung neuer Finanzierungskonzepte angesichts knapper staatlicher Ressourcen) steht die auswärtige Kulturpoltik - nicht nur in Deutschland - vor großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund soll die auswärtige Kulturpolitik der drei großen europäischen Länder Deutschland, Polen und Frankreich, welche die drei Kulturkreise der zukünftigen EU repräsentieren, untersucht werden im Hinblick auf gemeinsame Lösungsmodelle und Kooperationsmöglichkeiten im neuen Europa. GEOGRAPHISCHER RAUM: Deutschland, Frankeich, Polen

Art: gefördert BEGINN: 199701 ENDE: 199912 AUFTRAGGEBER: keine Angabe FINANZIERER: Interreg II

Institution: Europa-Universität Viadrina, Fak. für Kulturwissenschaften, Professur für Vergleichende Politische Soziologie (Große Scharrnstraße 59, D-15207 Frankfurt an der Oder)

Kontakt: Betreuerin (Tel. 0335-5534-907)

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[147-F] Schreiber, Birgit, Dipl.-Pol. (Bearbeitung); Berg-Schlosser, Dirk, Prof.Dr. (Betreuung):
Europa im Wandel? Die Zukunft des Kontinents in der Vorstellung junger Europäer - Aspekte eines politischen Kulturvergleichs zwischen der Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Italien, Polen und Schweden

Inhalt: In der Auswahl der Staaten sollten sich die zentralen politisch-kulturellen Konfliktlinien im heutigen Europa widerspiegeln (z.B. Nachwirkungen des beendeten Ost-West-Gegensatzes, Nord-Süd-Gefälle). Zu den wesentlichen Unterscheidungsmerkmalen zählten bei der Selektion die geographische Lage des Landes, dessen Gesellschaftsordnung (vor/ nach 1989) sowie dessen politisches, ökonomisches und soziokulturelles System. Ergänzt wurden die genannten Auswahlkriterien durch die länderspezifische Datenlage in der Jugendforschung und die persönlichen Präferenzen der Autorin (wie z.B. Sprachkenntnisse, bisherige Arbeitsgebiete). Die Arbeit selbst ist in vier große Abschnitte gegliedert: a) einen Theorieteil, in dem der konzeptuelle Rahmen für die Analyse abgesteckt wird, b) eine skizzenhafte Darstellung der differenten Lebenswelten von Jugendlichen in den ausgewählten Staaten, c) eine ausführliche Untersuchung jugendlicher Einstellungen zu Europa und seiner Zukunft, die mit einer Typisierung der beschriebenen Ansichten enden soll, sowie ein Ausblick auf die Chancen, junge Leute mit ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen zur Mitarbeit am Zukunftsprojekt "Vereintes Europa" zu bewegen. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand äußern sich junge Menschen zwar - bis auf wenige Ausnahmen - etwas positiver zu Europa als ältere, aber solche Unterschiede sind eher von nachrangiger Bedeutung gegenüber denen, die sich aus einer Differenzierung nach dem Faktor "Bildungsstand" ergeben. Ein besonderes Problem stellt in dem Kontext die auffallend große Gruppe von Jugendlichen dar, die auf entsprechende Fragen keinerlei Antworten geben kann - hier besteht ein erheblicher Erklärungsbedarf. ZEITRAUM: von Mitte der achtziger Jahre bis zur Gegenwart GEOGRAPHISCHER RAUM: Bundesrepublik Deutschland, Großbritannien, Italien, Polen, Schweden

Methode: Weiter Ansatz der politischen Kulturforschung (einschl. Verhalten); Auswahl der Länder nach dem "most different systems"-Vergleich; Konzentration auf Gruppe der 15-24Jährigen. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihe; Querschnitt; bei Analyse der Eurobarometer-Daten. DATENGEWINNUNG: Inhaltsanalyse, offen (Analyse von Dokumenten der EG-Kommission zu "Maastricht" und "Jugendpolitik"). Aktenanalyse, offen (Untersuchung der Berichterstattung in der Süddeutschen Zeitung zum Thema "Europa -ab 1994-). Sekundäranalyse von Individualdaten (Eurobarometer-Studien der EG-Kommission ab 1989).

Art: Dissertation BEGINN: 199201 ENDE: 199712 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler

Institution: Universität Marburg, FB 03 Gesellschaftswissenschaften und Philosophie, Institut für Politikwissenschaft (Wilhelm-Röpke-Straße 6, D-35032 Marburg)

Kontakt: Bearbeiterin (Tel. 06421-86140)

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[148-L] Schuppener, Georg:
Abschluß der ersten Phase des TEMPUS-Programmes der EG, in: Hochschule Ost, Jg. 4/1995, H. 2, S. 74-81 (Standort: UuStB Köln (38)-M XA 01727; Kopie über Literaturdienst erhältlich)

Inhalt: Das EG-Programm TEMPUS I und II (1990/91-1995/96) wurde vor allem mit dem Ziel geschaffen, die Reform des Hochschulwesens in den MOE-Staaten (17 Staaten angegeben) innerhalb des postkommunistischen sozio-ökonomischen Transformationsprozesses zu fördern. Dies soll einerseits durch Mobilisierung von Reformkräften und Ideen in den Ländern selbst (quasi "Reform von innen") erreicht werden, andererseits durch Kooperation mit Partnern aus der EG/ EU auf verschiedenen Ebenen (d.i. "Reformanstöße von außen"). Durch TEMPUS werden vier verschiedene Kategorien gefördert: Jugendaustausch, Maßnahmen zur Förderung der Mobilität von Studenten und Dozenten, gemeinsame Europäische Projekte und ergänzende Maßnahmen. Am Beispiel Polen wird die Umsetzung von TEMPUS eingehender betrachtet und dargestellt - mit Übersichten zur Mittelverteilung, zu Projekten/ Fachbereichen. Dabei wird eine starke Präferenz für Technik und Wirtschaft bei der Projektauswahl erkennbar. Der Verfasser nimmt kritisch zur Schwerpunktsetzung bei der Auswahl der Projekte Stellung, beklagt eine gewisse Trägheit zur Neubestimmung der Position von Wissenschaft und benennt bestimmte Probleme innerhalb der Umsetzung der Projekte. (PHF/Ko.)

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[149-L] Sokolewicz, Zofia:
Staatsbürgerschaft und Nationalität: ein polnisches oder europäisches Dilemma?, in: Urs Altermatt <Hrsg.>: Nation, Ethnizität und Staat in Mitteleuropa, Wien: Böhlau 1996, S. 88-101, ISBN: 3-205-98544-3 (Standort: UB Bonn(5)-97-85)

Inhalt: Während "Staatsbürgerschaft" die Verbindung zwischen einer natürlichen Person und einem Staat zum Ausdruck bringt, bezeichnet der Begriff "Nationalität" die Verbindung zwischen einer natürlichen Person und einer Volksgruppe. Nach allgemeinen Überlegungen zu Staatsbürgerschaft und Nationalität wird sodann der Frage nachgegangen, wer im alten Polen Bürger sein konnte. Ein wichtiges Merkmal der Gesetzgebung wird dabei in der Betonung der Verbindung der Person mit dem Territorium, in dem sie wohnte bzw. geboren war, gesehen. Im weiteren wird darauf hingewiesen, daß die Unterscheidung zwischen Staatsbürgerschaft und Nationalität für die Länder Mittel- und Osteuropas eine größere Bedeutung hatte als für die westeuropäischen Länder. In diesem Zusammenhang wird auch auf die große Bedeutung des Begriffs Vaterland bzw. Heimatland eingegangen. Weitere Themen sind die Ethnisierung der Kultur sowie die Frage der doppelten Staatsbürgerschaft. Abschließend wird ein Blick auf die Probleme der europäischen Staatsbürgerschaft geworfen. (ICD)

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[150-F] Teubner, Christian, Dipl.-Volksw. (Bearbeitung); Buchheim, Christoph, Prof.Dr. (Be-treuung):
Reformen in Spanien seit dem Tode Francos und Reformen und Transformation in Polen seit 1980 im Vergleich (Arbeitstitel)

Inhalt: Darstellung der Ausgangssituation und der Reformerfordernisse in Spanien und Polen zu Beginn des Untersuchungszeitraums. Da der Vergleich im Vordergrund der Untersuchung steht, sollen Gemeinsamkeiten in den beiden, sich spät industrialisierenden Ländern herausgearbeitet werden. Insbesondere sollen die internen Strukturen in Form unterschiedlicher Interessengruppen und deren hemmende oder fördernde Rolle im Reformprozeß betrachtet werden. Als eine Arbeitshypothese wird der entwicklungsfördernde Einfluß des Auslands, hier vor allem der EG untersucht. ZEITRAUM: 1975-1997 GEOGRAPHISCHER RAUM: Polen, Spanien

Methode: Vergleichende Forschung. Untersuchungsdesign: Trend, Zeitreihen; internationaler Vergleich. DATENGEWINNUNG: Datenerstellung auf der Basis von bereits vorliegenden Materialien wie Texten, Akten, Statistiken.

Art: gefördert BEGINN: 199503 ENDE: 199802 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Deutsche Forschungsgemeinschaft

Institution: Universität Mannheim, Fak. für VWL, Seminar für Wirtschafts- und Sozialgeschichte (A 5,6, D-68131 Mannheim)

Kontakt: Betreuer (Tel. 0621-292-5156, e-mail: buchheim@rumms.uni-mannheim.de)

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[151-F] Tews, Kerstin, Dipl.-Soz. (Bearbeitung); Vobruba, Georg, Prof.Dr. (Betreuung):
EU-Erweiterung und Umweltschutz. Konsequenzen der geplanten Integration Polens in die EU für die polnische Umweltpolitik

Inhalt: Verknüpfung zweier Untersuchungsstränge: auf der einen Seite: die ökologische Politik Polens, einschließlich ihrer Potentiale und Barrieren und auf der anderen Seite - aus kooperationspolitischer Perspektive - die Rolle der EU bei der Unterstützung der ökologischen Modernisierung in Polen. Forschungsleitende Fragestellung: In welchem Ausmaß kommt es zwischen EU- und polnischer Umweltpolitik zu Anknüpfungspunkten, die die endogenen Potentiale Polens nicht verschütten und zu einer tatsächlichen Harmonisierung, statt zu einer Oktroyierung westlicher Muster führen? In welcher Weise bestimmt die Wahrnehmung polnischer Möglichkeiten die Wahl der kooperationspolitischen Instrumentariums? GEOGRAPHISCHER RAUM: Polen, EU

Methode: Regimeansatz: Mehrebenen- oder two-level-Ansatz; Verknüpfung, Verschränkung der gouvernementalen mit der sozietalen Ebene. Untersuchungsdesign: internationaler Vergleich. DATENGEWINNUNG: Expertengespräch (politisch/ ges. Akteure Polens; Auswahlverfahren: bewußt. Mitarbeiter/ Politiker von EU-Institutionen; Auswahlverfahren: bewußt) . Primärerhebung: Feldarbeit von Mitarbeitern des Projektes durchgeführt; Datenerstellung auf der Basis von bereits vorliegenden Materialien wie Texten, Akten, Statistiken.

Veröffentlichungen: keine Angaben ARBEITSPAPIERE: Chancen und Barrieren ökologischer Politik in Polen im Prozeß gesamtgesellschaftlicher Transformation. Diplomarbeit.

Art: Dissertation BEGINN: 199601 ENDE: 199712 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Institution

Institution: Universität Leipzig, Fak. für Sozialwissenschaften und Philosophie, Institut für Soziologie Lehrstuhl Sozialpolitik Prof. Dr. Vobruba (Burgstraße 21, D-04109 Leipzig)

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[152-F] Weczerka, Hugo, Dr.; Bahlcke, Joachim, Dr.; Sakson, Andrzey, Prof.Dr.; Traba, Robert, Dr.; Buth, Matthias, Dr.; Marek, Michaela, Dr.; Labuda, Adam, Prof.Dr.; Lenz, Rudolf, Dr.; Jähnig, Bernhart, Dr.; Martens, Jürgen, Dr. (Bearbeitung):
Deutsche Geschichte und Kultur im heutigen Polen

Inhalt: Musterung der von deutscher bzw. polnischer Seite bis jetzt vorgelegten Forschungsergebnisse zur "deutschen Kultur" im heutigen Polen. Fragen zur Gegenstandsbestimmung und Methodologie: "Was ist 'deutsches Kulturerbe' im östlichen Europa?" Abgrenzung des Themas nach Raum und Zeit. Kriterien und Ziele der Erfassung von deutschen Kulturgütern in Polen (Baudenkmäler, Kunstdenkmäler, Bibliotheken, Archive, Museen). Maßnahmen zur Förderung der Erforschung und Präsentation von Kultur und Geschichte der Deutschen in Ostmitteleuropa durch das Bundesministerimum des Innern. ZEITRAUM: nach 1945; vor allem nach 1989/90 GEOGRAPHISCHER RAUM: Polen; historische deutsche Ostprovinzen bzw. deutsche Siedelgebiete in Ostmitteleuropa

Methode: Erste Bestandsaufnahme des "deutschen Kulturerbes" im heutigen Polen in seinen europäischen Bezügen; Vorstellung eines Forschungsprojektes des Posener "West-Instituts"; Erörterung von Kooperationsmöglichkeiten mit dem Herder-Institut.

Art: Eigenprojekt BEGINN: 199411 ENDE: 199507 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: keine Angabe

Institution: Herder-Institut e.V. (Gisonenweg 5-7, D-35037 Marburg)

Kontakt: Rautenberg, Hans-Werner (Dr. Tel. 06421-184-123)

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[153-F] Wilhelm, Justus, M.A. (Bearbeitung); Domes, Jürgen, Prof.Dr. (Betreuung):
Der Einfluß der NATO-Politik auf die deutsch-polnischen Beziehungen

Inhalt: Vorläufig: Zusammenfassung und Entwicklung der NATO, 1949-1989; Darstellung und Analyse des Umbruchs 1989; Analyse der Entwicklung 1989-1995; Interessenunterschiede der NATO-Mitgliedstaaten; Bedeutung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit; organisatorische und strukturelle Änderungen der NATO; Möglichkeiten der weiteren Entwicklung. ZEITRAUM: 1989-1995 GEOGRAPHISCHER RAUM: Europa, Nordamerika

Methode: vorläufig: kooperations- und allianztheoretische Analyse; entscheidungstheoretische Analyse; "Theorie der rationalen Kooperation".

Art: Dissertation BEGINN: 199610 ENDE: 200010 AUFTRAGGEBER: nein FINANZIERER: Wissenschaftler

Institution: Universität Saarbrücken, FB 02 Wirtschaftswissenschaft, Fachrichtung Politikwissenschaft (Im Stadtwald Bau 31, D-66041 Saarbrücken)

Kontakt: Betreuer (Tel. 0681-302-2126)

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[154-L] Wisniewski, Zenon:
Effekte des EU-Beitritts auf den Arbeitsmarkt in Polen, in: Osteuropa-Wirtschaft, Jg. 42/1997, H. 3, S. 293-300

Inhalt: "In diesem Beitrag wird untersucht, welche Art der Arbeitslosigkeit durch den EU-Beitritt in Polen zunimmt und welche Gegenmaßnahmen angewandt werden sollten. Ein deutlicher Anstieg der konjunkturellen Arbeitslosigkeit kann weitgehend ausgeschlossen werden. Doch eine gewisse, begrenzte Steigerung der konjunkturellen Arbeitslosigkeit könnte vorübergehend durchaus zutage treten. Was die friktionelle Arbeitslosigkeit anbelangt, so wird diese durch Polens EU-Beitritt wohl kaum tangiert. Dagegen muß man mit der Zunahme der strukturellen und technologischen Arbeitslosigkeit rechnen. Eine Hauptrolle bei der Eindämmung der strukturellen Arbeitslosigkeit sollten die Maßnahmen spielen, die zur Verbesserung der Arbeitsmobilität beitragen. Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit wird vor allem davon abhängen, in welchem Grade die polnische Wirtschaft vor dem EU-Beitritt umstrukturiert wurde und welche Konkurrenzvorteile inländische Produkte erlangen können." (Autorenreferat, IAB-Doku)


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