Statement anlässlich der Ausstellung
'gewagt? Kunst zwischen Erotik und Pornographie'

 

Ohne Erotik ist Kunst nicht denkbar. Man darf davon ausgehen, dass Erotik der Ursprung der Kunst ist. Wenn jemand aus freien Stücken heraus zeichnet, dann deswegen, weil das Objekt ihn in Bann zieht und er diese unerklärliche Faszination durch das Erscheinungsbild begreifen und auflösen will. In meinen Bildern ist darum jeweils von etwas Individuellem und Einmaligem auszugehen, auch wenn andere nur Alltägliches herauslesen mögen. Akte zu zeichnen ist für mich sowohl ein künstlerisches wie auch ein soziologisches Anliegen: Ein nackter Körper spiegelt (wie die gesamte Natur) eine traumhafte Schönheit wieder - man darf sich nur von Clichés nicht zuschütten lassen ; umgekehrt mangelt es in unserer Gesellschaft an einem entsprechend befreiendem Umgang mit Körperlichkeit und Sexualität, weshalb u.a. die Kunst aufgefordert ist, dieses aufzubrechen. 'Pornographie' – was immer das für den Einzelnen sein mag – muss hierzu nicht im Gegensatz stehen, zumal Zucht und Anstand schon seit jeher zum künstlerischen Protest herausgefordert haben. Trotzdem dürfte eine erotische 'Pornographie' einer 'Pornographie' ohne Erotik auch in der Kunst vorzuziehen sein, da sie sonst zum Kitsch oder Banalen tendiert und in der unreflektierten Massenproduktion schnell zum Alptraum werden kann. 

(Musik: Millennium Song von Michael Greenacre

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