c/o Torsten Gripp
Ehlenstr. 17
50389 Wesseling

 
 

 

 


Nackt

 

 

Kulturfeld erstmals in der städtischen Galerie

 

Heutzutage kann man kaum mehr eine Zeitung kaufen, an einer Plakatwand vorbeigehen oder den Fernseher anstellen, ohne dass man nackten Tatsachen ins Auge blickt. Überall wird um Ausdruckskraft und Aufmerksamkeit gerungen und dabei ist jedes Mittel recht. Die weitläufige Verbreitung von Körperkult und die damit einhergehende Veröffentlichung der Privatsphäre, besonders in den Medien, wird dem Betrachter meist erst auf den zweiten Blick bewusst. Paradoxer Weise ist Nacktheit trotz dieser Allgegenwärtigkeit immer noch ein schambehaftetes Tabuthema, das in vielerlei Augen einer Zensur bedarf. Was wären wir nur ohne Kleidung? Nackt – wie wir auf die Welt gekommen sind. Und doch fühlen wir uns hilflos und angreifbar, wenn wir ohne schützende Kleidung sind. Angesichts dieses Widerspruchs stellt sich die Frage: Wird ‚nackt‘ überhaupt noch thematisiert? Kann Kunst mit nackter Darstellung noch neue Aussagen treffen? Kulturfeld wagt den Versuch.

 

Ausziehen!

 

Mit Aktografien, Collagen, Fotos, Malerei, Skulpturen und Videoinstallationen im Gepäck machen sich einige Mitglieder auf, ihre heimischen Räumlichkeiten zu verlassen um sich in der städtischen Galerie Wesseling zu präsentieren. Eine bunte Mischung von Werken. Das Ergebnis der Auseinandersetzung des Einzelnen mit dem Thema ‚nackt‘. Welche Assoziationen, Erwartungen, Handlungen, Reaktionen und Gefühle verbinden sich damit? Die Künstler haben versucht, ihre Ansichten festzuhalten und wollen gemeinsam mit dem Publikum die Teilnahmslosigkeit an diesen Fragen überwinden und zu weiterführendem Gedankenaustausch kommen. Hierzu sollen nicht nur die gezeigten Werke, sondern auch begleitende Texte und die Möglichkeit des Dialogs mit den Künstlern dienen. Die Ausstellung soll nicht Provokation, sondern Anreiz zur Auseinandersetzung sein.

 

 

Wer? Was? Kulturfeld?

 

Knapp anderthalb Jahre sind vergangen seit dem ersten Treffen der Gründungsmitglieder in der Gaststätte Ritz in Urfeld. Der wöchentliche Austausch entwickelte sich recht bald zu dem gemeinsamen Wunsch, die eigenen Werke fernab von den künstlerischen Zwängen der „großen“ zu präsentieren. Nach gründlichen Überlegungen die Umsetzung betreffend, lud man im April 1999 zur ersten Vernissage. Die Kegelbahn der Gaststätte wurde kurzerhand zur Galerie umgebaut und zur Ausstellungseröffnung von weit über hundert Interessierten besucht. Nach diesem ersten Erfolg wuchs die Gruppe schlagartig. Nur wenige Monate später entstanden die nächsten Einladungsentwürfe zur ‚zweiten Runde‘. Eine dritte Ausstellung sollte folgen. Zu dieser gaben sich die Künstler erstmals ein einheitliches Thema vor, unter dem die Ausstellung stehen sollte: Religion. In den darauffolgenden Monaten beschäftigte man sich damit, die eigenen Vorstellungen und Ansichten über Religion und Glaube in den eigenen Werken zu vereinen und es verging fast ein Jahr, bis man sich endgültig dazu entschied, sich einer ausgewählten Öffentlichkeit zu präsentieren. Was im „kleinen Rahmen“ gehalten werden sollte, erhielt erstaunliche Resonanz des Publikums und die Werke fanden großen Anklang.

 

Weggucken...

 

...sollten die Besucher also auch diesmal nicht. Falls sie dennoch ihre Augen vor dem gezeigten verschließen wollen, bietet Margot Ende, L i L i, die als Gastausstellerin für ‚nackt‘ gewonnen werden konnte, die Möglichkeit Bilder zu fühlen. Ihre Tastbilder für Sehende und Nichtsehende sind weniger Zurschaustellung, als vielmehr Kunst zum Begreifen – sowohl im wahrsten Sinne des Wortes, als auch in wahrer Nutzung der Sinne. Gemeinsam mit einem erblindetem Theologen und Lyriker führt Margot Ende, L i L i am
18. März durch eine Welt ohne Licht. ‚Erste Tastversuche eines Blindgängers‘ - ein Ereignis der besonderen Art, dessen Erfahrung sich der Besucher nicht entgehen lassen sollte.

 

 

Um Interessierten die Möglichkeit zu weiteren Erfahrungen zu gegeben, werden Workshops in der Galerie angeboten. Neben Perspektivzeichnen und Modellieren mit Ton wird auch das Thema Aktzeichnen angeboten. Hierfür ist allerdings eine Voranmeldung und ein Unkostenbeitrag von DM 6,- erforderlich. Alle anderen Workshops sind frei. Ein aktuelles Programm hängt zu gegebenem Zeitpunkt aus.

 

Nackt-Fakten

 

Ausstellungsort:                        Städtische Galerie, Wesseling, An St. Germanus 7

Ausstellungseröffnung:               Freitag, 16. März 2001 um 19.30 Uhr

Begrüßung: Günter Ditgens

(Bürgermeister der Stadt Wesseling)

Einleitende Worte: Klaus Flemming

(Kunstpublizist – KunstKonzepte)

 

Ausstellende Künstler:  

Andrea von Lassaulx

Christine Büsgen

Heinke Knabe

Inga Lommatzsch

Kerstin Walgenbach

Maaike Ansorge

Margot Ende, L i L i

Nicole Schlappa

Otto Scholtes

Peter Ohly

Sascha Pohflepp

Sascha Stradtmann

Servet Gürbüz

Tatjana Mölter

Torsten Gripp

Yvonne Dickopf

 

Öffnungszeiten:                         täglich 15.00 –18.00 Uhr

Informationen zu den Workshops entnehmen Sie bitte dem Aushang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pressekontakt:

 

Nicole Schlappa; Rheinstr. 10; 50389 Wesseling; Tel.: (02236) 925029;

Mobil: (0177) 7228544; eMail: n.schlappa@jeschenko.de; Internet: www.kulturfeld.de

 

Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten