Konzept zur Ausstellung Nackt Städtische Galerie in Wesseling, 16. März - 04. Mai 2001

 

Ist ´nackt´ heute überhaupt noch ein Thema? Kann Kunst mit der Darstellung von Nacktem noch eine Aussage in Anbetracht der von öffentlicher Privatheit geprägten Medien erreichen? Auch im Internet bleibt uns keine Intimität verschlossen und gleichzeitig wird der heimliche Surfer selbst durch automatische Agenten bloßgelegt.

Die Wesselinger Künstlergruppe Kulturfeld wendet sich mit dieser Ausstellung gerade dieser Ambivalenz und Verstecktheit des Nackten zu. Nackt sind wir auf die Welt gekommen. Doch so natürlich scheint dies nicht zu sein. Nackt fühlen Menschen sich hilflos und angreifbar, andere hingegen provozieren mit der Zurschaustellung ihres nackten Körpers oder bestimmter Körperteile. Welche Assoziationen, Erwartungen, Handlungen, Reaktionen und anderes mehr verbinden sich damit? Ist dies alltäglich oder je nach Kontext anders? Wie ist eigentlich unser eigenes Verhältnis zum Nackten? Warum interessiert uns das Nackte und stößt uns gleichzeitig ab? Gibt es klare Tabuzonen und Toleranzbereiche? Worin liegt die Ästhetik des Nackten?

Fragen dieser Art beschäftigten die an dieser Ausstellung beteiligten Künstler, die in ihren Ateliers Bilder, Photos, Skulpturen und Objekte zu diesem Thema hergestellt haben und nun hiermit vorstellen. Sie haben versucht, ihre Ansichten festzuhalten und hoffen, mit dem Publikum - das sicher über den Wesselinger Raum hinausgehen dürfte - die Teilnahmslosigkeit in diesen Fragen zu überwinden und zu einem weiterführenden Gedankenaustausch zu kommen. Hierzu dienen nicht nur die ausgestellten Werke sondern auch begleitende Texte und die Möglichkeit des Dialogs mit den Künstlern. Diese Ausstellung ist keineswegs als Provokation zu werten sondern vielmehr als Auseinandersetzung, die Bedeutung des Nackten in unserer Gesellschaft zu umschreiben und zu hinterfragen.

Die Künstlergruppe Kulturfeld im Dezember 2000

http://www.kulturfeld.de/