Statement anlässlich der Ausstellung '5+2', Galerie coq'rouge, Lörrach

 

Der klassische ‚Akt’ besteht meist in einer mehr oder weniger starren Ruhepose eines unbekleideten Modells. Dies ist bequem für das Modell, sowie die Zeichner. Im täglichen Leben dagegen ist das Nacksein nur ein Übergangszustand. Nacktheit gehört zu Kleidung und Ausstattung dazu wie der Appetit zur Mahlzeit. Man zieht sich aus, um sich mit Neuem zu bedecken. Man hüllt sich in Kultur, um diese souverän wieder beiseite zu schieben.

 Erst in der Sichtbarmachung dieses Gegenüber des Nacktseins zur Verkleidung gewinnt der Akt seine Dynamik. Haltung und Zustand des Aktes werden sinnhaft. Das Modell verharrt kurzzeitig in einer Pose, die eigentlich keine ist. Der Zeichner hält fest, was jeden Moment umzukippen droht. Der Betrachter erkennt, dass das Dargestellte nur Teil einer Aktion ist.

  (Musik: Millennium Song von Michael Greenacre

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